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“Cool Germany”

Economist: "Cool Germany"

“Cool Germany”, titelte der Economist letzte Woche und meine Timeline explodierte vor Glück. Wer das Dossier liest, merkt aber, dass “Cool Germany” eher Auftrag als Analyse ist.

Deutschland habe sich verändert, schreibt das Wirtschaftsmagazin. Es ist offener geworden, hat die Homo-Ehe eingeführt und eine Frauenquote für Aufsichtsräte. Zugleich ist das Land kulturell gespalten, das Parteiensystem fragmentiert. “Ein neues Deutschland braucht einen anderen Typus Kanzler”, so die Autoren: “Proaktiv in der Innenpolitik, ambitioniert in der Außenpolitik und mit der Fähigkeit, die deutschen Wähler von der Notwendigkeit dieser Ambitioniertheit zu überzeugen.”
Noch treffender beschreibt es der Soziologe Thomas Druyen in der Zeit: Die Deutschen sind veränderungsfähig, aber nicht veränderungswillig. Anstatt Veränderungen zu antizipieren, passen wir uns lediglich an und verpassen so die Chance, die Umbrüche unserer Zeit zu beeinflussen. “Cool Britannia” hat kaum länger gehalten als die Spice Girls - ob “cool Germany” nachhaltiger ist hängt auch davon ab, ob wir uns wirklich verändern wollen.

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Foto: Daniel Florian, Lizenz: CC BY 2.0.

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