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Speed-Dating bei der Kanzlerin

Speed-Dating bei der Kanzlerin

Mit einer innovativen Idee haben Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Umweltminister Sigmar Gabriel Schwung in eine gemeinsam organisierte Konferenz zum Thema Klimaschutz gebracht: Wie beim Speed-Dating hatten amerikanische und deutsche Klimaschützer aus Wirtschaft, NGOs, Politik und Verwaltung die Gelegenheit, sich und ihre Projekte den anderen Konferenzteilnehmern vorzustellen – aber nur in wenigen Minuten, denn bei jedem Gongschlag wechseln die Teilnehmer einen Tisch weiter.

Was auf den ersten Blick wie eine verrückte Idee aussieht, entspricht einem einfachen Grundgedanken, der eben auf das Dating zutrifft – aber auch auf viele andere Bereiche des Lebens: bereits nach kurzer Zeit haben wir uns in der Regel ein recht genaues Bild von unserem Gesprächspartner gemacht, auf dessen Basis wir entscheiden können, ob wir den Kontakt weiterverfolgen möchten – oder nicht. Und weil man auf Konferenzen zumeist möglichst viele interessante Kontakte knüpfen möchte, ist es sinnvoll, die Zeit, die man mit einzelnen Gesprächen verbringt, zu begrenzen.

Nicht umsonst erinnert diese Methode auch an den sogenannten “Elevator Pitch”, ein beliebtes Trainingsspiel in Rhetorik- und Verkaufsseminaren. Dabei wird eine Verkaufssituation (“pitch”) in einem Aufzug (“elevator”) simuliert, bei der man seinen Gegenüber in maximal 30 Sekunden von seinem Produkt oder seiner Idee überzeugen muss.

Und das wiederum ist auch für Think Tanks interessant: stellen Sie sich vor, Sie treffen Bundeskanzlerin Angela Merkel zufällig bei einer Veranstaltung. Nachdem Sie wochenlang erfolglos versucht haben, mit Ihrer neuen Studie zu den Beamten des Kanzleramtes vorzudringen, haben Sie hier eine einmalige Chance. Aber mehr als 15 Sekunden haben Sie nicht.

Dieses Beispiel zeigt: aus dem Ärmel schütteln sollte man den “Elevator Pitch” nicht. Aber wie bereits angedeutet, lässt sich diese Situation bestens trainieren. Webseiten wie 15secondpitch.com helfen in fünf praktischen Schritten bei der Erstellung eines “Elevator Pitch”:

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Und es gibt natürlich eine ganze Reihe von Webseiten, die praktische Tipps für den eigenen Pitch geben (zum Beispiel hier oder hier). Entscheidend ist dabei die Entwicklung einer kleinen “Geschichte”, in Form eines Vier-Schrittes nach dem sogenannten AIDA-Prinzip (“Attention-Interest-Desire-Action”). Ãœbersetzt: die Zuhörer müssen zuerst auf mich aufmerksam gemacht werden (“Attention”), dann wecke ich ihre Neugier (“Interest”) und das Bedürfnis nach meinem Produkt (“Desire”) und fordere sie schließlich auf, selbst aktiv zu werden und mich zum Beispiel zu einem Briefing einzuladen. Geschafft!

Dieser Blogpost ist zuerst auf thinktankdirectory.org erschienen.

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