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	<title>Daniel Florian &#187; Politik</title>
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	<description>Politik - Medien - Wissenschaft</description>
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		<title>Chinas Aufstieg und der &#8220;Silicon-Valley-Faktor&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 16:59:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Muss der Westen sich f&#252;rchten, dass autokratische Staaten die dominanten Akteure der Welt werden? Die Fokussierung auf BSP-Wachstum verstellt den Blick auf den "Silikon-Valley-Faktor": die M&#246;glichkeit, neue Technologien zu entwicklen und sich daran anzupassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/08/29/chinas-auftsieg-und-der-silicon-valley-faktor/" title="Permanent link to Chinas Aufstieg und der &#8220;Silicon-Valley-Faktor&#8221;"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/08/100829_green.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Chinas Aufstieg und der &#8220;Silicon-Valley-Faktor&#8221;" /></a>
</p><p>Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die &#246;konomischen und politischen Machtgleichgewichte in der Welt grundlegend ge&#228;ndert, so die &#220;berzeugung vieler Analysten. <a id="aptureLink_abCmh3WNNS" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Angela%20Merkel">Bundeskanzlerin Angela Merkel</a> betont seit jeher, Deutschland wolle &#8220;gest&#228;rkt aus dieser Krise hervorgehen&#8221;, aber viele Geopolitiker schenken der Kanzlerin keinen Glauben. Nicht nur Deutschland, sondern &#8220;der Westen&#8221; insgesamt werde durch die Krise geschw&#228;cht.</p>
<p><iframe scrolling="no" frameBorder="0" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;ASINs=354907333X&amp;fc1=111111&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=2361A1&amp;bc1=transparent&amp;bg1=transparent&amp;f=ifr" marginheight="0" marginwidth="0" style="float:right; width:120px; margin-left:10px; height:240px; background-color:#FFFFFF; border:1px solid #000000;"></iframe>  In seinem Buch &#8220;Entmachtung des Westens&#8221; beschreibt <em>FAZ</em>-Korrespondent Nikolas Busse die &#8220;neue Ordnung&#8221; der Welt, und in den Augen des bekannten amerikanischen Journalisten <a id="aptureLink_Qp5f5Igzw6" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fareed%20Zakaria">Fareed Zakaria</a> stehen wir vor dem Beginn des &#8220;post-amerikanischen Zeitalters&#8221;, das durch den Aufstieg der Rest-Welt (&#8220;the rise of the rest&#8221;) gepr&#228;gt ist.</p>
<p>Mit dem &#8220;Rest&#8221; ist vor allem ein Land gemeint: die Volksrepublik China. Vor mehr als 50 Jahren hat <a id="aptureLink_vkfs0Jf3wY" href="http://www.danielflorian.de/2008/02/03/die-unbekannte-geschichte-des-chairman-mao/">Mao Zedong</a> das Land mit dem &#8220;Gro&#223;en Sprung nach vorn&#8221; in eine der gr&#246;&#223;ten von Menschen gemachten Katastrophen gef&#252;hrt, aber heute ist das Land st&#228;rker als je zuvor. Und es ist ein Symbol f&#252;r die Angst des Westens, dass undemokratische Staaten &#8211; gest&#228;rkt durch die globale Krise &#8211; bald die Kontrolle &#252;ber die wichtigsten Unternehmen und Institutionen der Welt &#252;bernehmen k&#246;nnten. Eine ironische Wende, genau zwanzig Jahre nach dem <a id="aptureLink_qITdF8SoYy" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ende%20der%20Geschichte">&#8220;Ende der Geschichte&#8221;</a> (Francis Fukuyama) und dem Berliner Mauerfall.</p>
<p><iframe scrolling="no" frameBorder="0" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;ASINs=388680917X&amp;fc1=111111&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=2361A1&amp;bc1=transparent&amp;bg1=transparent&amp;f=ifr" marginheight="0" marginwidth="0" style="float:right; width:120px; margin-left:10px; height:240px; background-color:#FFFFFF; border:1px solid #000000;"></iframe>  Die USA befinden sich in der Hand ihres gr&#246;&#223;ten Gl&#228;ubigers, &#252;berm&#228;&#223;ige Kritik am Reich der Mitte ist da nicht zu erwarten. <a id="aptureLink_Tf3Kb1zCsR" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hillary%20Clinton">Au&#223;enministerin Hillary Clinton</a> hat im Februar bereits angek&#252;ndigt, dass die USA nun eine &#8220;neue &#196;ra&#8221; in den amerikanisch-chinesischen Beziehungen einleiten wollen, und dass Menschenrechtsthemen die Diskussion &#252;ber die Wirtschaftskrise und Sicherheitsfragen <a id="aptureLink_PvgqAelYU4" href="http://www.welt.de/politik/article3252817/US-Aussenministerin-Hillary-Clinton-umarmt-China.html">&#8220;nicht beeintr&#228;chtigen&#8221;</a> sollen.</p>
<p>Auch andere Staaten wie zum Beispiel Russland werden sich dem neuen Machtgleichgewicht anpassen und sich st&#228;rker nach Fernost ausrichten, <a id="aptureLink_eBK095UcE8" href="http://aussenpolitik.net/themen/eurasien/software_made_in_asia/">glaubt Alexander Rahr</a>, Russland-Experte der <a id="aptureLink_dGKXTQdIDX" href="http://www.thinktankdirectory.org/directory/dgap.shtml">Deutschen Gesellschaft f&#252;r Ausw&#228;rtige Politik</a>: &#8220;In der neu entstehenden Konstellation der Weltwirtschaft werden die staatskapitalistischen L&#228;nder Asiens die Krise nutzen, um die Europ&#228;ische Union einzuholen. Die Staaten der EU werden mit der Rettung ihrer Sozialsysteme und m&#246;glicher Failing States an der eigenen Peripherie zu sehr besch&#228;ftigt sein. Die EU wird der treueste Verb&#252;ndete der USA bleiben, das vom Westen verschm&#228;hte Russland sich dagegen Asien zuwenden.&#8221;</p>
<p>Wer will, kann die These vom Aufstieg Chinas auf den Titelseiten fast aller Nachrichtenmagazine und Zeitungen nachlesen. Aber die atemberaubenden Wachstumszahlen der Volksrepublik geben nur einen Teil der Realit&#228;t wieder. Die globale F&#252;hrungsrolle einer Nation ergibt sich nicht nicht allein aus ihrer wirtschaftlichen oder milit&#228;rischen Potenz, sondern auch aus ihrer normativen St&#228;rke.</p>
<p>Und hier zeigt sich Chinas Schw&#228;che. Welche gesellschaftlichen Zukunftsmodelle k&#246;nnen Autokratien bieten? Historisch betrachtet haben Autokratien eine relativ kurze Lebensdauer. Sie scheitern aus mangelnder innenpolitischer Anpassungsf&#228;higkeit oder durch au&#223;enpolitische &#220;berdehnung. Die &#8220;checks and balances&#8221; demokratischer Systeme hingegen sorgen f&#252;r sozialen Frieden und erm&#246;glichen die &#220;berwindung von Krisen.</p>
<p>Szenarien &#252;ber das &#8220;Ende des Westens&#8221; haben oft einen weiteren, elementaren Fehler: sie sehen den &#8220;Westen&#8221; als eine statische Gr&#246;&#223;e und die aufstrebenden M&#228;chte als dynamische Akteure, die die in ihrer Entwicklung nicht von Parlamenten und B&#252;rgergruppen &#8220;gebremst&#8221; werden, sondern politische Vorhaben ohne R&#252;cksicht auf Proteste durchsetzen k&#246;nnen &#8211; Basta-Politik der r&#252;cksichtslosen Art also.</p>
<p>Diese Sichtweise ignoriert einen wesentlichen Faktor, den man den &#8220;Silicon-Valley-Faktor&#8221; nennen k&#246;nnte &#8211; wirtschaftliche und technische Innovationen, die in dieser Form nur in freien Staaten entstehen k&#246;nnen. Die Suchmaschine Google ist zwar erst vor etwas &#252;ber zehn Jahren gegr&#252;ndet worden, geh&#246;rt aber heute bereits zur Liste der 50 wertvollsten Firmen der Welt. &#196;hnliches gilt f&#252;r Firmen wie Amazon, Ebay, Apple und andere. Diese Unternehmen sind keine klassischen Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen. Sie sind die Speerspitze einer neuen Form des Kapitalismus.</p>
<p>Dieser neue Kapitalismus basiert auf dem freien Zugang zum Netz und verbindet M&#228;rkte auf der ganzen Welt mit einem Mausklick. Die Netz&#246;konomie senkt die Markteintrittskosten f&#252;r Unternehmer &#8211; ein Internetshop ben&#246;tigt nur geringe Investitionen. Die Folge: wir Konsumenten haben eine immer gr&#246;&#223;ere Auswahl der unterschiedlichsten Produkte zu g&#252;nstigen Preisen. Aber ohne eine liberale marktwirtschaftliche Ordnung w&#228;re ein auf &#8220;trial-and-error&#8221; basierendes System wie das Internet gar nicht erst entstanden.</p>
<p>Schon einmal verpasste Asien eine Schl&#252;sselentwicklung, die dem Westen bis heute eine Technologief&#252;hrerschaft verschafft: die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Der Buchdruck war der Beginn des <a id="aptureLink_uItCfswiPJ" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Great%20Divergence">&#8220;European Miracle&#8221;</a> (Eric Jones) und des sprunghaften wirtschaftlichen Aufschwung Europas seit dem 16. Jahrhundert. Vier Jahrhunderte sp&#228;ter beherrschten Europ&#228;er beinahe die gesamte Welt.</p>
<p>Damit der Westen seinen Vorsprung erhalten kann, muss er nicht weniger frei werden, sondern noch freier. Die Politik muss sich von &#252;berkommenen Ritualen befreien und sich wieder st&#228;rker f&#252;r die B&#252;rger &#246;ffnen, nicht nur f&#252;r Parteimitglieder. Vor allem darf sie B&#252;rger nicht als Feind sehen. Die <a id="aptureLink_LVxu7O1BMU" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27263/1.html">&#8220;Politik der Angst&#8221;</a>, die manche Staaten nach dem 11. September kultiviert haben, l&#228;hmt aber nicht nur die Zivilgesellschaft, sondern auch die Wirtschaft. &#8220;Soziale Unfreiheit&#8221; und die fehlende M&#246;glichkeit eines sozialen Aufstiegs durch Bildung sind verpasste Gelegenheiten f&#252;r wirtschaftlichen Fortschritt. Und schlie&#223;lich m&#252;ssen wir mehr tun, um Innovationen in Deutschland zu erm&#246;glichen, sowohl an den Universit&#228;ten als auch in Unternehmen.</p>
<p>Das klingt nicht nach gro&#223;er Geopolitik, aber genau das sind die Herausforderungen, vor denen der Westen heute steht. Sie liegen nicht (nur) in China oder Indien, sondern in einer Grundschule in der franz&#246;sischen Provinz, einer B&#252;rgerinitiative in London oder in einem Labor an der Charité. Wenn es uns gelingt, dieses Potential in unserem Land auszusch&#246;pfen, werden wir tats&#228;chlich gest&#228;rkt aus der Krise hervorgehen.</p>
<p>Foto: Micky Aldridge, <a id="aptureLink_QAChh7xgpq" href="http://www.flickr.com/photos/gsi-r/4524911341/">Green Ideas</a>, Lizenz: <a id="aptureLink_i5qiFaJURd" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY 2.0</a></p>
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		<title>Gorbatschow, Putin und die Perestroika</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2010/07/12/gorbatschow-putin-und-die-perestroika/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 13:31:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>

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		<description><![CDATA["Der Untergang der UdSSR war die gr&#246;&#223;te geopolitische Katastrophe des 21. Jahrhunderts" - dieses Zitat wird Wladimir Putin oft vorgehalten. Jetzt bekommt Putin R&#252;ckhalt von Michail Gorbatschow: "Wir h&#228;tten den Untergang der UdSSR vermeiden m&#252;ssen", sagt er.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/07/12/gorbatschow-putin-und-die-perestroika/" title="Permanent link to Gorbatschow, Putin und die Perestroika"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/07/100712_perestroika.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Gorbatschow, Putin und die Perestroika" /></a>
</p><p>&#8220;Der Untergang der UdSSR war die gr&#246;&#223;te geopolitische Katastrophe des 21. Jahrhunderts&#8221; &#8211; dieses Zitat von <a id="aptureLink_rXxtHtz7Bq" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir%20Wladimirowitsch%20Putin">Wladimir Putin</a> fehlt in keinem Portrait oder gr&#246;&#223;erem Artikel &#252;ber den ehemaligen russischen Pr&#228;sidenten und heutigen Premierminister. Oft dient das Zitat als Beleg, dass Putin immer noch im Denken des sowjetischen Geheimdienstes <a id="aptureLink_Y5EGh9Dr8x" href="http://de.wikipedia.org/wiki/KGB">KGB</a> verhaftet sei, dass er der Sowjetunion nachtrauere und eine neo-imperialistische Politik Russlands in den Nachfolgestaaten der UdSSR verfolge.</p>
<p>Andere &#8211; zu denen ich mich auch z&#228;hle &#8211; glauben, dass das bekannte Putin-Zitat weniger ideologisch, sondern pragmatisch gemeint war. Das Erbe der Sowjetunion wirft schlie&#223;lich auch heute noch einen Schatten auf das moderne Russland. Diese Interpretation bekam k&#252;rzlich R&#252;ckenwind durch ein bemerkenswertes <a id="aptureLink_tkwTuVA8wm" href="http://www.independent.co.uk/news/people/profiles/mikhail-gorbachev-russias-elder-statesman-still-at-home-with-power-1993279.html">Interview</a>, das <a id="aptureLink_RWfbKBxqbT" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michail%20Sergejewitsch%20Gorbatschow">Michail Gorbatschow</a> mit dem britischen <em>Independent</em> f&#252;hrte. Darin &#228;u&#223;ert sich Gorbatschow selbstkritisch &#252;ber das Ende der Sowjetunion:</p>
<blockquote><p>But for the collapse of the Soviet Union, he also blames himself. In the end, he says, &#8220;we&#8221; – and I think he means his small band of Kremlin reformers here – &#8220;should have prevented it&#8221;. He goes on: &#8220;Mostly, though, I reproach myself, even today.&#8221; &#8220;We called free elections, carried out political reforms, tried to build a modern Parliament&#8230; and the reality was that the Communist nomenklatura could not withstand the test of democracy and freedom.&#8221; </p></blockquote>
<p>Sicherlich, man kann dar&#252;ber streiten, ob der Untergang der Sowjetunion tats&#228;chlich die &#8220;gr&#246;&#223;te&#8221; Katastrophe des 20. Jahrhunderts gewesen ist &#8211; gr&#246;&#223;er noch als die beiden Weltkriege, die Explosion der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki oder die <a id="aptureLink_tR2kudiCw3" href="http://www.danielflorian.de/2008/02/03/die-unbekannte-geschichte-des-chairman-mao/">gr&#246;&#223;te von Menschen provozierte Hungersnot der Geschichte</a>. Dennoch: das pl&#246;tzliche Ende der UdSSR war ein ungeheurer Einschnitt in der Geschichte Russlands. Eine graduelle Transformation der UdSSR, so Gorbatschow, h&#228;tte 20 oder 30 Jahre gedauert &#8211; Zeit, die er nicht hatte. Mit den Folgen der von <a id="aptureLink_pVVdRaMnyf" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boris%20Nikolajewitsch%20Jelzin">Boris Jelzin</a> eingeleiteten &#8220;Schocktherapie&#8221; (Gorbatschow) muss die russische F&#252;hrung noch heute leben.</p>
<p>Disclaimer: die russische Pr&#228;sidialverwaltung ist einer meiner Mandanten bei <a id="aptureLink_40MY1qcq0T" href="http://www.dimap-communications.de/">dimap communications</a>. Dieser Post spiegelt meine pers&#246;nliche Meinung wieder.</p>
<p>Foto: Anne Tiebel, all rights reserved.</p>
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		<title>Die Revolution beginnt in Bellevue</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 17:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[17. Legislaturperiode]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn am kommenden Mittwoch die Bundesversammlung in Berlin zusammenkommt, geht es nicht nur um die Zukunft der Regierung Merkel, sondern auch um die Frage, welchen Einfluss Parteien in unserem Staat haben sollen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/06/28/die-revolution-beginnt-in-bellevue/" title="Permanent link to Die Revolution beginnt in Bellevue"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/06/100626_gauck.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Die Revolution beginnt in Bellevue" /></a>
</p><p>Wenn am kommenden Mittwoch die <a id="aptureLink_td1FVByXmg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesversammlung%20%28Deutschland%29">Bundesversammlung</a> in Berlin zusammenkommt, geht es nicht nur um die Zukunft der Regierung Merkel, sondern auch um die Frage, welchen Einfluss Parteien in unserem Staat haben sollen. Mit <a id="aptureLink_4SoYyrBSyW" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian%20Wulff">Christian Wulff</a> hat die Regierungskoalition einen Mann als Kandidaten bestellt, der f&#252;r den alten Parteienstaat steht, w&#228;hrend <a id="aptureLink_6M5xodsmLC" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim%20Gauck">Joachim Gauck</a> ein offeneres System symbolisiert, in dem das Parteibuch nicht alleine entscheidend f&#252;r politischen Erfolg ist.</p>
<p>Die Bundesversammlung wird dadurch zu einem Kristallisationspunkt f&#252;r die Probleme unseres Parteienstaates, die sp&#228;testens seit 2002 immer deutlicher werden: w&#228;hrend die Anzahl der Nichtw&#228;hler immer weiter steigt, gelingt es den Volksparteien immer seltener, ausreichend W&#228;hler f&#252;r sich zu gewinnen, um eine stabile Koalition zu bilden. Die Folge: Gro&#223;e Koalitionen wie im Bund 2005 oder instabile Regierungen wie die neue Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, in der jeder Abweichler die Regierung st&#252;rzen kann.</p>
<p>Dazu kommt die <a id="aptureLink_0VW2fADNkD" href="http://www.handelsblatt.com/wut-auf-regierung-deutschlands-unternehmer-politisch-heimatlos;2608728">Ern&#252;chterung nach den ersten Monaten der schwarz-gelben Regierung</a>: als Traumkoalition gestartet, zeigte sich die Regierung in den ersten Wochen ausgesprochen z&#246;gerlich und danach von Grund auf zerstritten &#252;ber wesentliche Reforvorhaben. Die Parteien suchen nach neuen gesellschaftlichen Koalitionen: die SPD wirbt um die CDU, die wiederum ein Auge auf die Gr&#252;nen geworfen hat.</p>
<p>Dass SPD-Parteichef <a id="aptureLink_f1IVdHSZBc" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigmar%20Gabriel">Sigmar Gabriel</a> der Bundeskanzlerin den gemeinsamen Kandidaten Gauck vorschlug, ist deswegen vielleicht weniger Kalk&#252;l als die <em>Frankfurter Allgemeine</em> <a id="aptureLink_jV5eVRuV6z" href="http://www.faz.net/s/Rub9F8AFB0E023642BAAB29EA1AEF2A9296/Doc~E29F5A1D0DD4D42B685F7C268C32CDB67~ATpl~Ecommon~Scontent.html?nwl_politikanalysen">vermutet</a> &#8211; es ist auch eine deutliche Richtungsansage an die CDU, die Opposition h&#228;tte ja auch gemeinsam einen rot-rot-gr&#252;nen Kandidaten k&#252;ren k&#246;nnen. Dabei ist Gauck sicherlich kein Traumkandidat von Rot-Gr&#252;n: bei wichtigen Themen wie Afghanistan oder der Finanzmarktregulierung vertritt Gauck <a id="aptureLink_6diBEirnH4" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,702196,00.html">eine dezidiert andere Position</a> als diejenigen, die ihn f&#252;r das h&#246;chste Amt des Staates nominiert haben. </p>
<p>Dennoch: Gauck ist deswegen so beliebt, weil er so ist wie immer mehr Deutsche: konservativ, sozial und gr&#252;n &#8211; und das alles zusammen. &#8220;Links, liberal und konservativ&#8221;, wie der Kandidat selber sagt. Er passt nicht in das Parteienschema, ist kein Parteisoldat, aber auch kein Parteirebell, der seine Laufbahn auf dem Au&#223;enseiterticket aufbaut. Gauck ist politisch, aber keine Politiker, ein Redner, aber kein Schw&#228;tzer.</p>
<p>Es w&#228;re eine Revolution, wenn Gauck zum Bundespr&#228;sidenten gew&#228;hlt w&#252;rde &#8211; allerdings eine b&#252;rgerliche Revolution, die das System ins Wanken, aber nicht zum St&#252;rzen bringen w&#252;rde. So oder so ist die Nominierung Gaucks und der unerwartete Erfolg, den Gauck schon als Kandidat hat, ein deutliches Zeichen an die Parteien: die Zeit der Parteisoldaten in Bellevue ist wohl vorbei.</p>
<p>Je mehr die Parteilinien innerhalb der Bev&#246;lkerung verwischen, desto st&#228;rker m&#252;ssen Parteien sich dem bei ihrer Personalauswahl anpassen und vielleicht h&#228;ufiger einen Kandidaten aufstellen, der zwar die Grund&#252;berzeugungen seiner Partei teilt, aber das Parteiprogramm nicht ernster als die Bibel nimmt. Der Politik w&#252;rde das guttun.  </p>
<p>Foto: Sebastian Hillig, <a id="aptureLink_vAKRe9aTqZ" href="http://www.flickr.com/photos/bastispicks/3266436625/">Joachim Gauck</a>, Lizenz: <a id="aptureLink_p81VDz3Suw" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY 2.0</a></p>
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		<title>Im Interview: Think Tanks in Deutschland</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 14:53:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Think Tanks]]></category>

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		<description><![CDATA[Der &#246;sterreichische Radiosender ORF hat mich f&#252;r eine dreiteilige Serie &#252;ber Think Tanks in &#214;sterreich, den USA und Deutschland interviewt. Neben mir kommen unter anderem auch Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Ausw&#228;rtige Politik und Michael Borchard von der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Wort.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/06/20/im-interview-think-tanks-in-deutschland/" title="Permanent link to Im Interview: Think Tanks in Deutschland"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/06/100620_philosophin.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Im Interview: Think Tanks in Deutschland" /></a>
</p><p>Der &#246;sterreichische Rundfunk widmet sich in einer dreiteiligen Sendung ausgiebig dem Thema Think Tanks. Dabei komme auch ich mit einer Einsch&#228;tzung der deutschen Think-Tank-Landschaft zu Wort. In dem Interview ging es auch um die stark steigende Zahl der Think Tanks, die darin begr&#252;ndet ist, dass die Kosten f&#252;r die Gr&#252;ndung einer Denkfabrik gesunken sind &#8211; oft reichen ja ein kleines B&#252;ro, zwei, drei kluge K&#246;pfe und eine Internetseite.</p>
<p><iframe scrolling="no" frameBorder="0" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;ASINs=3832905472&amp;fc1=111111&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=2361A1&amp;bc1=transparent&amp;bg1=transparent&amp;f=ifr" marginheight="0" marginwidth="0" style="float:right; width:120px; margin-left:10px; height:240px; background-color:#FFFFFF; border:1px solid #000000;"></iframe>  Neben mir wurde unter anderem auch Josef Braml, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Ausw&#228;rtige Politik (DGAP) und Autor der Studie &#8220;Think Tank vs. Denkfabriken&#8221; und der Leiter der Abteilung Politikberatung der Konrad-Adenauer-Stiftung Michel Borchard interviewt.</p>
<p>H&#246;rproben der einzelnen Teile finden Sie auf der Webseite des ORF (<a id="aptureLink_b9sd5d3u4F" href="http://oe1.orf.at/programm/230427">Teil 1</a>, <a id="aptureLink_fJXOBrKNTT" href="http://oe1.orf.at/programm/230480">Teil 2</a>, <a id="aptureLink_xQvAPTviAU" href="http://oe1.orf.at/programm/230530">Teil 3</a>). Die ganze Sendung ist leider nur mit einer Download-Berechtigung zu h&#246;ren, die auf der ORF-Seite <a id="aptureLink_x21zthpXJK" href="http://oe1.orf.at/nachhoeren">bestellt</a> werden kann.</p>
<p>Foto: <a id="aptureLink_GCTFq49bZi" href="http://www.flickr.com/photos/rs-foto/3713495402/">Eingangshalle des Bundeskanzleramts mit Skulptur &#8220;Die Philosophin&#8221; von Markus L&#252;pertz</a>, Ralf  Schulze, Lizenz: <a id="aptureLink_fYxWSQ9147" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY 2.0</a></p>
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		<title>Wir brauchen keine parteiische Wissenschaft</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2010/05/15/wir-brauchen-keine-parteiische-wissenschaft/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 09:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Think Tanks]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr "parteiische Wissenschaft" forderte der Berliner &#214;konom und DIW-Abteilungsleiter Gert G. Wagner in der "Berliner Republik". In der aktuellen Ausgabe widerspreche ich seiner These: "parteiische Wissenschaft" riskiert die Glaubw&#252;rdigkeit der Wissenschaft generell.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/05/15/wir-brauchen-keine-parteiische-wissenschaft/" title="Permanent link to Wir brauchen keine parteiische Wissenschaft"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/05/100915_parteiisch.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Wir brauchen keine parteiische Wissenschaft" /></a>
</p><p>Mehr &#8220;parteiische Wissenschaft&#8221; <a id="aptureLink_SHLrjTStF3" href="http://www.b-republik.de/archiv/ermunterung-zu-parteiischer-wissenschaft">forderte</a> der Berliner Wirtschaftswissenschaftler und DIW-Abteilungsleiter <a id="aptureLink_uOZSCPDWef" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gert%20G.%20Wagner">Gert G. Wagner</a> in der Zeitschrift <em>Berliner Republik</em> (1/2010). Weil die in Deutschland vorherrschende wissenschaftliche Politikberatung &#252;berwiegend &#246;ffentlich finanziert ist, gebe es einen Widerspruch zwischen dem, was die Politik von Beratung erwartet und dem, was Wissenschaft leisten kann:</p>
<blockquote><p>In der Praxis funktioniert das aber allzu oft nicht: Die Politik gibt  keine klaren Ziele vor und vermeintlich wertneutrale Wissenschaftler  werben – mehr oder weniger offen – f&#252;r Ziele, die sie pers&#246;nlich f&#252;r  wichtig halten. Dadurch f&#252;hlt die Politik sich oft schlecht beraten, und  Wissenschaftler f&#252;hlen sich nicht ernst genommen.</p></blockquote>
<p>Eine &#8220;parteiische Wissenschaft&#8221; kann dieses Dilemma jedoch nicht &#252;berwinden, so meine <a id="aptureLink_OTcj1Fqwiw" href="http://www.b-republik.de/aktuelle-ausgabe/brauchen-wir-eine-parteische-politikberatung">Antwort</a> auf Wagner in der aktuellen Ausgabe der <em>Berliner Republik</em> (2/2010). Im Gegenteil: weltanschaulich gepr&#228;gte Wissenschaft kann nicht mit dem akademischen Grundsatz vereint werden, vermeintliche Gewissheiten stets zu hinterfragen. Und sie riskiert die Glaubw&#252;rdigkeit der Wissenschaft generell. In dem Artikel beschreibe ich au&#223;erdem, wie die Parteistiftungen ihren Einfluss im politischen und akademische Diskurs erh&#246;hen und damit die L&#252;cke zwischen &#8220;policy advice&#8221; und &#8220;political consulting&#8221; schlie&#223;en k&#246;nnen.</p>
<p>Lesen Sie <a id="aptureLink_VDr1AQNhlJ" href="http://www.b-republik.de/aktuelle-ausgabe/brauchen-wir-eine-parteische-politikberatung">hier</a> weiter, um den gesamten Artikel zu lesen.</p>
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		<title>Warum das Mehrheitswahlrecht bleiben sollte</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2010/05/09/grossbritannien-warum-das-mehrheitswahlrecht-bleiben-sollte/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 13:08:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Parlamentswahlen in Gro&#223;britannien haben das Momentum f&#252;r eine Reform des britischen Wahlrechts erh&#246;ht. Das Mehrheitswahlrecht bietet jedoch auch eine Reihe von Vorteilen gegen&#252;ber dem Verh&#228;ltniswahlrecht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/05/09/grossbritannien-warum-das-mehrheitswahlrecht-bleiben-sollte/" title="Permanent link to Warum das Mehrheitswahlrecht bleiben sollte"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/05/100509_westminster.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Warum das Mehrheitswahlrecht bleiben sollte" /></a>
</p><p>Das <a id="aptureLink_O1risumy1Y" href="http://en.wikipedia.org/wiki/United%20Kingdom%20general%20election%2C%202010">Ergebnis der Unterhauswahlen in Gro&#223;britannien</a>, bei denen erstmals seit 1974 keine Mehrheit ohne Koalition m&#246;glich ist, k&#246;nnte das britische <a id="aptureLink_p156qRda6d" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mehrheitswahl">Mehrheitswahlrecht</a> zu Fall bringen. Vor allen Dingen die <a id="aptureLink_OZvDCwtOnE" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Liberal%20Democrats">Liberal Democrats</a> dr&#228;ngen auf eine Wahlrechtsreform, weil sie zwar 22,1 Prozent der Stimmen, aber nur 57 der insgesamt 650 Sitze im Parlament bekommen haben. Damit haben die Lib Dems zwar den bislang gr&#246;&#223;ten Erfolg beim Gesamtergebnis der abgegebenen Stimmen, m&#252;ssen aber dennoch mit sechs Sitzen weniger als bisher auskommen.</p>
<p>Wegen dieser Diskrepanz zwischen &#8220;popular vote&#8221; und Sitzverteilung ist das Mehrheitswahlrecht im Vereinigten K&#246;nigreich schon seit langem in der Kritik. Sowohl Premierminister <a id="aptureLink_SXdjYxnlxY" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gordon%20Brown">Gordon Brown</a> als auch sein konservativer Herausforderer <a id="aptureLink_YlDcIlClif" href="http://en.wikipedia.org/wiki/David%20Cameron">David Cameron</a> haben deswegen bereits angek&#252;ndigt, mit den Liberalen &#252;ber eine Reform des britischen Wahlrechts verhandeln zu wollen.</p>
<p>Ganz so schlecht wie behauptet ist das Mehrheitswahlrecht jedoch nicht. Auch David Cameron betonte w&#228;hrend des Wahlkampfes, dass das existierende Wahlsystem die einzig &#8220;entschiedene&#8221; Art sei, die Regierung zu wechseln. Ein Verh&#228;ltniswahlrecht &#8220;legt die Macht nicht in die H&#228;nde der B&#252;rger, sondern in die H&#228;nde der Politik&#8221; (<em>S&#252;ddeutsche Zeitung</em>) &#8211; er hatte sich wohl die Vorberichterstattung zur NRW-Wahl und deren Fokus auf die Koalitionsfrage angeschaut.</p>
<p>Tats&#228;chlich bedingt das Verh&#228;ltniswahlrecht einen inh&#228;renten &#8220;Betrug&#8221; am W&#228;hler, der ja eine Partei und somit ein Programm w&#228;hlt, das in den allermeisten F&#228;llen nach der Wahl durch eine Koalitionsvereinbarung ersetzt und damit verw&#228;ssert wird. Unter Umst&#228;nden fallen so wesentliche Gr&#252;nde, f&#252;r eine Partei zu stimmen, nach der Wahl einfach weg. Das englische Mehrheitswahlrecht ist zumindest in einer Hinsicht auch transparenter: scheitert die Politik einer Regierung, kann dies nicht mit dem Hinweis auf notwendige Kompromisse abgetan werden, die man aus R&#252;cksicht auf den Koalitionspartner eingehen m&#252;sse. F&#252;r den W&#228;hler sind Erfolg oder Mi&#223;erfolg einer Regierung so wesentlich leichter nachzuvollziehen.</p>
<p>Es gibt also ein starkes Argument f&#252;r die Beibehaltung des Mehrheitswahlrechts in Gro&#223;britannien. Und ob eine Wahlrechtsreform tats&#228;chlich kommt, steht ohnehin in den Sternen: Cameron will ein partei&#252;bergreifendes Kommittee einrichten, um &#252;ber die Reform zu verhandeln &#8211; unschwer vorherzusehen, dass Labour und Tories hier gemeinsam den Liberalen gegen&#252;berst&#252;nden. Und auch Brown will lediglich eine Volksabstimmung zum Thema durchf&#252;hren, bei der Labour nat&#252;rlich gegen eine Reform Stimmung machen w&#252;rde. Ein im Sinne der Liberalen positiver Ausgang bei beiden Vorschl&#228;gen ist also mehr als unsicher.</p>
<p>Eine L&#246;sung f&#252;r <a id="aptureLink_REqIwvgCzi" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Nick%20Clegg">Nick Cleggs</a> Dilemma hat vielleicht <a id="aptureLink_mfwcVV0z3x" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tony%20Curzon%20Price">Tony Curzon Price</a>, Chefredakteur der Webseite <em>openDemocracy</em>: er analysierte Cleggs Optionen mit Instrumenten der Spieltheorie und kam zu der <a id="aptureLink_G3TYJ7cdNz" href="http://www.opendemocracy.net/openeconomy/tony-curzon-price/cleggs-options-decision-tree">Empfehlung</a>, dass die Liberalen erst eine Koalition mit den Tories eingehen sollten und dann, nach einem vorraussichtlichen Scheitern der Wahlrechtsreform, einen zweiten Versuch mit Labour starten. Dem K&#246;nigreich stehen also spannende Zeiten bevor &#8230;</p>
<p>Foto: Jim Trodel, <a id="aptureLink_4FmqrHvjyN" href="http://www.flickr.com/photos/trodel/3599402258/">Westminster Palace</a>, Lizenz: <a id="aptureLink_mDShW7ny4Y" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a></p>
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		<title>Der neue Kulturkampf: B&#252;rger vs. Nerd</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2010/03/29/der-neue-kulturkampf-buerger-vs-nerd/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 19:59:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Veröffentlichungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>

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		<description><![CDATA[B&#252;rger vs. Nerd - in Deutschland herrscht ein Kulturkampf &#252;ber die Deutungshoheit im Internet. F&#252;r B&#252;rger ist der Staat ein Projekt der Aufkl&#228;rung, f&#252;r Nerds eine Frage der Organisation. Beide Gruppen haben Recht und beide liegen falsch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/03/29/der-neue-kulturkampf-buerger-vs-nerd/" title="Permanent link to Der neue Kulturkampf: B&#252;rger vs. Nerd"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/03/100329_wordcloud.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Der neue Kulturkampf: B&#252;rger vs. Nerd" /></a>
</p><p><iframe scrolling="no" frameBorder="0" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;ASINs=3579068830&amp;fc1=111111&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=2361A1&amp;bc1=transparent&amp;bg1=transparent&amp;f=ifr" marginheight="0" marginwidth="0" style="float:right; width:120px; margin-left:10px; height:240px; background-color:#FFFFFF; border:1px solid #000000;"></iframe>  Die Netzgemeinde hat einen neuen Aufreger: in seinem Buch &#8220;Dumm 3.0 &#8211; Wie Twitter, Blogs und Networks unsere Kultur bedrohen&#8221; schie&#223;t der ehemalige <em>FAZ</em>-Redakteur Markus Reiter eine Breitseite gegen das soziale Netz. In den Leserkommentaren, so Reiter, werde &#8220;gerotzt und krakeelt&#8221;, den Menschen gehe im Info-Dschungel die Orientierung und der gesellschaftliche Zusammenhalt verloren &#8211; kurz: das Netz mache den B&#252;rger zum Mob.</p>
<p>Die Reaktion lie&#223; nicht lange auf sich warten: Reiter habe &#8220;das Netz nicht verstanden&#8221;, t&#246;nte es aus der Netzcommunity. Aber so reflexhaft die Argumente und Reaktionen beider Seiten sind: es f&#228;llt auf, dass die Kritik am Netz oft aus den Geisteswissenschaften oder dem Feuilleton kommt, w&#228;hrend die Netz-Apologeten oft Naturwissenschaftler sind.</p>
<p>Beide Gruppen haben einen komplett unterschiedliches Idealbild der &#8220;res publica&#8221; &#8211; des Staates und seiner B&#252;rger.</p>
<p>F&#252;r Geisteswissenschaftler ist der Staat ein normativ sehr stark aufgeladenes Projekt der Aufkl&#228;rung, dessen Tr&#228;ger der Bildungsb&#252;rger ist. In der konservativen Auspr&#228;gung dieser Geisteshaltung gibt es starke Vorbehalte gegen direktdemokratische Elemente, die anf&#228;llig f&#252;r Populisten seien und wenig Raum f&#252;r konsensuale Willensbildung lie&#223;en. Der Journalismus spielt traditionell eine wichtige Rolle, weil er das B&#252;rgertum gegen&#252;ber der Politik vertritt und letztere davor bewahrt, &#252;berm&#228;chtig und korrupt zu werden.</p>
<p>F&#252;r Naturwissenschaftler ist der Staat vor allen Dingen eine Frage der Organisation. Die &#8220;Schwarmintelligenz&#8221; der Bev&#246;lkerung sorgt f&#252;r eine nat&#252;rliche und optimale Verteilung knapper G&#252;ter unter allen B&#252;rgern. Das Mindset dieser Gruppe ist im Wesentlichen anti-elit&#228;r, Parteien und Medien werden als st&#246;rende Mittler gesehen, die nur so lange toleriert werden, wie der Staat und die B&#252;rger nicht direkt miteinander kommunizieren k&#246;nnen  (sie auch meinen <a href="http://www.danielflorian.de/2010/03/22/liquid-democracy-regiert-von-sascha-lobo/">Artikel zur Liquid Democracy</a>). Die Hauptw&#228;hrung der Nerds sind Daten, nicht Werte.</p>
<p>Weil die grundlegenden Werte und Denkweisen dieser beiden Gruppen &#8211; der B&#252;rger und der Nerds &#8211; so verschieden sind, bleibt das Internet in Deutschland zur&#252;ck. Anstatt das kreative Potential des Netzes zu nutzen, f&#252;hren wir lieber Debatten &#252;ber dessen zerst&#246;rerische Kraft und beklagen die <a id="aptureLink_ns4w8Eeswq" href="http://www.zeit.de/2009/22/Der-Intellektuelle">&#8220;antiintellektuelle Hetze&#8221;</a> wie der <em>Zeit</em>-Journalist Adam Soboczynski.</p>
<p>Dabei haben beide Parteien wichtige Argumente auf ihrer Seite: es ist wichtig, dass die Gesellschaft ein &#8220;Forum des gemeinsamen Dialogs&#8221; (Reiter) braucht und dass soziale Netze im Gegenteil eine Hyper-Individualisierung f&#246;rdern. Ebenso brauchen wir Medien und Journalismus, wobei es egal ist, ob hinter dem Medium ein riesiges Imperium steht oder ein einzelner, engagierter Blogger. </p>
<p>Auf der anderen Seite k&#246;nnte das Internet die politische Kultur in Deutschland beleben. Im Unterschied zu Reiter  glaube ich nicht, dass die Grundhaltung der Menschen die des Rezipienten ist. In der politischen Debatte werden zu gerne lange gepflegte Vorurteile wie dieses best&#228;tigt, ohne dass man diese empirisch belegt. Politische Debatten sind stark normativ, wenig empirisch gepr&#228;gt.</p>
<p>Die technische Kompetenz der Nerds kann dabei helfen, dass wir die Welt besser verstehen. Wir leben heute in einer Welt, in der Informationen zwar keine Mangelware sind, gute Analysen hingegen schon. Der britische <em>Economist</em> untersuchte vor kurzem in einem Special, wie die pure Verf&#252;gbarkeit von Informationen Wirtschaft und Politik <a id="aptureLink_VwwBkWgwR7" href="http://www.economist.com/specialreports/displaystory.cfm?story_id=15557465">grundlegend ver&#228;ndert</a>. In Deutschland ist Statistik allerdings immer noch ein Schmuddelkind: nicht wirklich Mathematik, nicht wirklich Sozialwissenschaften.</p>
<p>Eigentlich sollte das 21. Jahrhundert ein Heimspiel f&#252;r Deutschland sein: wir haben nicht nur einige der gr&#246;&#223;ten Philosophen und Kulturschaffenden hervorgebracht, sondern gelten auch als eine Nation der Techniker und Ingenieure. Wenn beide Gruppen sich endlich zusammentun w&#252;rden, anstatt &#252;ber die Deutungshoheit im Netz zu streiten, k&#246;nnten wir das Internet wirklich &#228;ndern.</p>
<p>Hinweis: Informationen zum Buch &#8220;Dumm 3.0&#8243; finden sich in zwei Interviews mit Markus Reiter auf <a id="aptureLink_6VIwkKgTRY" href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-03/markus-reiter-dumm-3.0">Zeit Online</a> und bei den <a id="aptureLink_cnnTm6cp9f" href="http://webevangelisten.de/dumm-3-0-markus-reiter/">Webevangelisten</a>.</p>
<p>Foto: preater, <a id="aptureLink_vgZjktnS67" href="http://www.flickr.com/photos/preater/3225549142/">Wordle word cloud based on LibraryThing tags</a>, Lizenz: <a id="aptureLink_kSnTTvpOZe" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a>. Dieser Artikel ist am 6. April 2010 auch <a id="aptureLink_biCYWGLCuG" href="http://carta.info/25182/der-neue-kulturkampf-buerger-vs-nerd/">bei carta.info erschienen</a>.</p>
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		<title>Liquid Democracy: Regiert von Sascha Lobo?</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2010/03/22/liquid-democracy-regiert-von-sascha-lobo/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 08:50:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrepublik Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines der neuen Themen auf dem diesj&#228;hrigen Politcamp war das basisdemokratische Konzept der "liquid democracy". Aber unser Regierungssystem hat kein Beteiligungsdefizit, sondern ein Informationsdefizit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/03/22/liquid-democracy-regiert-von-sascha-lobo/" title="Permanent link to Liquid Democracy: Regiert von Sascha Lobo?"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/03/100322_saschalobo.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Liquid Democracy: Regiert von Sascha Lobo?" /></a>
</p><p>Eines der neuen Themen auf dem diesj&#228;hrigen Politcamp war das <a id="aptureLink_ZvNGbxSjy5" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Delegated%20Voting">&#8220;delegated voting&#8221;</a>, ein direktdemokratisches Verfahren, bei dem W&#228;hler ihre Stimmen direkt an Themenexperten delegieren, und das als <a id="aptureLink_jEHHO4vM7X" href="http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy">&#8220;liquid democracy&#8221;</a> auch Eingang in die interne Entscheidungsfindung der Berliner Piratenpartei gefunden hat.</p>
<p>In einer Session mit dem Titel &#8220;Kann Technik politische Probleme l&#246;sen?&#8221; und in einem <a id="aptureLink_s5fioXcIbC" href="http://mspr0.de/?p=1142">Blogpost</a> stellte Michael Seemann (<a id="aptureLink_d7kKKudBAW" href="http://twitter.com/mspro">@mspro</a>) das Thema &#8220;liquid democracy&#8221; genauer vor und verband es mit der Vision eines neuen politischen Systems, das Individualismus und kollektive Entscheidungsfindung verbindet und das deswegen wohl als &#8220;strukturierten Anarchie&#8221; bezeichnet wurde.</p>
<p>Man sollte allerdings skeptisch hinsichtlich der basisdemokratischen Potentiale von &#8220;liquid democracy&#8221; sein. Aus politikwissenschaftlicher Sicht sehe ich zumindest drei Schwierigkeiten.</p>
<p>Erstens: Welche Rolle spielen Werte und Normen? Parteien stehen ja nicht nur f&#252;r Expertise in bestimmten Politikfeldern, sonden auch f&#252;r Werte und Normen wie Religion, soziale Gerechtigkeit oder Liberalismus. Diese Werte sind wichtige Orientierungsma&#223;st&#228;be f&#252;r die W&#228;hler. Bei &#8220;liquid democracy&#8221; kommen diese Werte nicht oder nur am Rande vor, weil hier alles an Experten delegiert wird. Wenn aber eine Vielzahl von Experten unabh&#228;ngig voneinander Politik gestaltet, wer sorgt dann daf&#252;r, dass alle einzelnen Politiken koh&#228;rent und nicht widerspr&#252;chlich sind? Anders gefragt: wer sorgt sich um das &#8220;Gemeinwohl&#8221;?</p>
<p>Zweitens: Laut Michael Seemann ist ein Effekt von &#8220;liquid democracy&#8221; das Verschwinden der politischen Klasse, weil jeder potentiell der Volksvertreter jedes anderen sein k&#246;nne. Das wird glaube ich nicht eintreten. Einige Menschen werden sich sehr stark f&#252;r Politik interessieren und deswegen &#8220;mehr Volksvertreter&#8221; sein als andere. Auch mit &#8220;liquid democracy&#8221; wird vermutlich eine Mehrheit der B&#252;rger passiv bleiben. Im Ergebnis g&#228;b es dann also doch wieder eine politische Klasse, welche das politische Geschehen dominiert. Zwar w&#252;rde die Bedeutung von Parteien minimiert werden, daf&#252;r w&#252;rden einzelne Stimmensammler &#252;berproportional viel Macht sammeln. Man muss sich das vermutlich so vorstellen, als ob <a id="aptureLink_K2DzNo2N1j" href="http://saschalobo.com/">Sascha Lobo</a> Bundeskanzler w&#252;rde.</p>
<p>Drittens: Es stellt sich auch eine ganz praktische Frage, n&#228;mlich wie Mehrheiten f&#252;r schwierige Reformen organisiert werden k&#246;nnen, wenn &#8211; wie es das Konzept der &#8220;liquid democracy&#8221; vorsieht &#8211; delegierte Stimmrechte bei Unzufriedenheit mit den Delegierten wieder abgenommen werden k&#246;nnen? Die Delegation von Stimmen ist dar&#252;ber hinaus anf&#228;llig f&#252;r Korruption &#8211; mit gutem Grund ist das Wahlrecht in Deutschland deswegen nicht &#252;bertragbar.</p>
<p>Die Diskussion auf dem Politcamp &#252;ber basisdemokratische Reformen erinnert ein wenig an die E-Democracy-Debatte in den 2000er Jahren: damals glaubten die Bef&#252;rworter von E-Democracy daran, dass die B&#252;rger ein intrinsisches Motiv f&#252;r politische Beteiligung haben. Wenn man ihnen nur die M&#246;glichkeit der Partizipation gebe, w&#252;rde dies auch genutzt werden. Mit Entt&#228;uschung wurde dann registriert, dass dies nicht der Fall war.</p>
<p>Umgekehrt glauben die Verfechter von mehr Basisdemokratie (darunter auch viele Piraten) heute, dass die anonyme &#8220;crowd&#8221; den Weg zu besserer Regierungsf&#252;hrung weist. Aber auch diese Hoffnung wird &#8211; sieht man von einzelnen Projekten wie <a id="aptureLink_MDrYhHfeNe" href="http://www.fixmystreet.com/">&#8220;Fix my Street&#8221;</a> ab &#8211; zu Entt&#228;uschung f&#252;hren. Politisches Engagement hat hohe Opportunit&#228;tskosten, und nur ein Bruchteil der Bev&#246;lkerung ist bereit, diese Kosten zu akzeptieren.</p>
<p>Unser Regierungssystem hat kein Beteiligungsdefizit, sondern ein Informationsdefizit. Um unsere Demokratie zu verbessern, sollte man deswegen nicht auf die Reform politischer Prozesse setzen, sondern auf die Verf&#252;gbarmachung von Informationen, etwa durch eine <a id="aptureLink_qI8zFEFnMs" href="http://www.deutschland-api.de/">Open-Data-Initiative wie &#8220;Deutschland API&#8221;</a>. Der demokratische Impuls, der von einer Open-Data-Initiative ausgehen w&#252;rde, ist vermutlich um ein vielfaches h&#246;her als eine Reform des Wahlsystems.</p>
<p>Foto: Max Braun, <a id="aptureLink_PxQ2nuz5lr" href="http://www.flickr.com/photos/maxbraun/3047893459/">Sascha Lobo, bisschen b&#246;se dreinschauend</a>, Lizenz: CC BY-SA 2.0</p>
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		<title>Schr&#246;der: &#8216;Aus dem Zusammenhang gerissen&#8217;</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 20:18:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[17. Legislaturperiode]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>

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		<description><![CDATA[Familienminister Kristina Schr&#246;der kritisierte auf dem Politicamp, dass die Medien ihre Tweets zu oft aus dem Zusammenhang rei&#223;en. Dabei sollten Politiker es gewohnt sein, sich auch auf k&#252;rzestem Raum pr&#228;zise auszudr&#252;cken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/03/20/schroeder-aus-dem-zusammenhang-gerissen/" title="Permanent link to Schr&#246;der: &#8216;Aus dem Zusammenhang gerissen&#8217;"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/03/100320_kristinakoehler.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Schr&#246;der: &#8216;Aus dem Zusammenhang gerissen&#8217;" /></a>
</p><p>Die schwarz-gelbe Koalition im Clinch mit den Medien: erst Guido Westerwelle, der seinen Kritikern auf dem Parteitag der NRW-FDP ein trotziges &#8220;Ihr kauft mir den Schneid nicht ab!&#8221; zuruft, dann Familienministerin Schr&#246;der (<a id="aptureLink_m8gRTtIGU3" href="http://twitter.com/kristinakoehler">@kristinakoehler</a>), die auf dem Politcamp 2010 kritisierte, dass die Journalisten ihre Tweets zu oft <a id="aptureLink_vd9I7vAvJT" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Politik-2-0-im-Twitter-Rausch-959808.html">aus dem Zusammenhang rei&#223;en</a> und falsch wiedergeben.</p>
<p>Schr&#246;der hat zwar nicht ausgef&#252;hrt, auf welches Beispiel sie sich bezieht, aber dass Journalisten einen Politiker stets aus dem Zusammenhang gerissen zitieren ist ein Standard-Vorwurf aller Politiker. Glaubw&#252;rdig wird der Vorwurf jedoch nicht durch st&#228;ndige Wiederholung. Gerade weil Medien knappe Zitate brauchen werden Politiker darauf trainiert, auch in 1:30 alles Wichtige zu sagen &#8211; oder eben in 140 Zeichen. </p>
<p>Schon im vergangenen Jahr habe ich <a id="aptureLink_fzX7V5uqnZ" href="http://www.danielflorian.de/2009/01/28/thorsten-schaefer-guembel-und-die-twitter-affaere/">geschrieben</a>, dass die Nutzer Blogposts, Tweets und Statusmeldungen als pers&#246;nliche Statements eines Politikers wahrnehmen und man dementsprechend viel Sorgfalt bei der Pflege der Profile walten lassen sollte.</p>
<p>Aber wieviel Zeit sollte man daf&#252;r investieren? Social Media ist ein pers&#246;nliches Medium &#8211; deswegen hat Schr&#246;der auch nochmals betont, dass sie ihre Tweets selber schreibt. Ich habe dagegen prognostiziert, dass Tweets &#8211; wie auch politische Reden &#8211; vermutlich zunehmend von Beratern geschrieben werden. Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen: ein Mitarbeiter oder Berater versorgt das Facebook-Profil und den Twitter-Account mit informativen Links und politischen Positionen, der Abgeordnete sorgt mit pers&#246;nlicheren Tweets f&#252;r die gew&#252;nschte Authentizit&#228;t.</p>
<p>So k&#246;nnen Politiker dem von Schr&#246;der angesprochenen Dilemma entgehen, dass sie sich eben nicht nur um ihr Online-Publikum k&#252;mmern m&#252;ssen, sondern auch um viele andere W&#228;hlergruppen. Und zugleich k&#246;nnen Journalisten auch weiterhin aus Tweets zitieren, ohne dass die Ministerin sich missverstanden f&#252;hlt.</p>
<p>Foto: Thomas Vogt, <a id="aptureLink_lNcNY8pQqL" href="http://www.flickr.com/photos/thomasvogt/4447622963/">Kristina Schr&#246;der</a>, Lizenz: <a id="aptureLink_Tbs6c3BVYf" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY 2.0</a></p>
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		<title>Steuerhinterziehung: Merkels Kalk&#252;l</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 20:09:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[17. Legislaturperiode]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Steuern]]></category>

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		<description><![CDATA[Soll die Bundesregierung eine CD mit Daten &#252;ber Steuerhinterzieher kaufen? Kanzlerin Merkel hielt sich wie immer zun&#228;chst mit einer Meinung zur&#252;ck. Das Z&#246;gern erweist sich jedoch als kluger Schachzug.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/02/03/steuerhinterziehung-merkels-kalkuel/" title="Permanent link to Steuerhinterziehung: Merkels Kalk&#252;l"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/02/100203_angelamerkel.jpg" width="480" height="346" alt="Post image for Steuerhinterziehung: Merkels Kalk&#252;l" /></a>
</p><p>Als am Samstag bekannt wurde, dass ein Unbekannter der Bundesregierung eine CD mit gestohlenen Kontodaten von Schweizer Banken verkaufen wollte, sah zun&#228;chst alles nach der &#252;blichen &#8220;Methode Merkel&#8221; aus: w&#228;hrend die gesamte Republik (und sogar Verteidigungsminister zu Guttenberg auf dem Davoser Wirtschaftsgipfel) dar&#252;ber lamentierte, ob die Bundesregierung die illegalen Daten kaufen sollte oder nicht, h&#252;llte sich die Kanzlerin in Tiefschweigen.</p>
<p>Erst am Montag titelte die <em>Frankfurter Allgemeine</em>: <a id="aptureLink_buPN12rrXM" href="http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E2688E01EBB0343BBB91C1E30EC77FA23~ATpl~Ecommon~Scontent.html">&#8220;Merkel will die Steuerdaten kaufen&#8221;</a> &ndash; jedoch ohne dass die Bundesregierung sofort zuschlug. Zur Stunde laufe noch die rechtliche Pr&#252;fung des Kaufs, <a id="aptureLink_UgLgLyeED8" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/925748">so der Sprecher des Bundesfinanzministeriums</a>, Michael Offer.</p>
<p>Und vielleicht war es ja auch weniger <a id="aptureLink_AVhhaqkOjq" href="http://twitter.com/tsghessen/status/8409597395">&#8220;Rumgeeier&#8221;</a> (Thorsten Sch&#228;fer-G&#252;mbel) als klares Kalk&#252;l, dass sich Merkel so lange zur&#252;ckgehalten hat. Heute morgen jedenfalls forderte Finanzminister Sch&#228;uble Steuers&#252;nder zur Selbstanzeige auf: &#8220;Ich kann nur jedem (&#8230;) den Rat geben, das Angebot (&#8230;) zur Selbstanzeige zu nutzen“, <a id="aptureLink_CYzBXbHVid" href="http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-Schaeuble-raet-zur-Selbstanzeige-_arid,2061127_regid,2_puid,2_pageid,4290.html">sagte er der <em>Augsburger Allgemeinen</em></a>.</p>
<p>So schl&#228;gt die Bundesregierung zwei Fliegen mit einer Klappe: sie zeigt, dass sie bereits ist, illegale Daten zu erwerben, um Steuerhinterzieher zu fassen. Zugleich versucht sie, sich nicht von Datendieben erpressbar zu machen, indem sie zur Selbstanzeige auffordert.</p>
<p>Foto: World Economic Forum, <a id="aptureLink_lh6k2SrXVQ" href="http://www.flickr.com/photos/worldeconomicforum/374712479/">Angela Merkel</a>, Lizenz: <a id="aptureLink_2QBindkL6w" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a></p>
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