<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Daniel Florian &#187; Lesenswert</title>
	<atom:link href="http://www.danielflorian.de/category/lesenswert/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.danielflorian.de</link>
	<description>Politik - Medien - Wissenschaft</description>
	<lastBuildDate>Tue, 31 Jan 2012 08:45:12 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Orlando Figes: Die Tragödie eines Volkes</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2011/01/23/orlando-figes-die-tragoedie-eines-volkes/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2011/01/23/orlando-figes-die-tragoedie-eines-volkes/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 18:48:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/?p=813</guid>
		<description><![CDATA[Das Buch "Tragödie eines Volkes" des britischen Historikers Orlando Figes erzählt eindrucksvoll die Geschichte der Niederlage der Demokratie in Russland und der Machtergreifung der Bolschewisten. Ein Buch, das auch heute noch lesenwert ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2011/01/23/orlando-figes-die-tragoedie-eines-volkes/" title="Permanent link to Orlando Figes: Die Tragödie eines Volkes"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2011/01/110123_lenin.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for Orlando Figes: Die Tragödie eines Volkes" /></a>
</p><p>Die Machtergreifung der <a id="aptureLink_nYnjK6tnk8" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bolschewiki">Bolschewiki</a> in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts war weniger ein Sieg der Arbeiterklasse als eine Niederlage der Demokratie. Systematisch marginalisierten die bolschewistischen Führer die liberalen Elemente in der russischen Gesellschaft und erzeugten eine feindliche Stimmung gegen die <em>burschui</em>, bis ihre eigene Herrschaft auf brutale Art und Weise konsolidiert war. &#8220;Wie viele kommunistische Machtübernahmen&#8221;, so fragt der britische Historiker <a id="aptureLink_3K2AoBwiFS" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orlando%20Figes">Orlando Figes</a>, &#8220;mögen wohl an der Apathie der Wähler in einer Demokratie gelegen haben?&#8221;</p>
<p>Und überraschenderweise zeigt Figes in seinem Buch &#8220;Die Tragödie eines Volkes&#8221; (Berlin Verlag 2008) auch deutlich, dass das bolschewistische Regime zwar den Absolutismus abschaffte, selber aber auf ähnlichen Prinzipien basierte wie die alten Zarenherrschaft. &#8220;Wenn 10.000 Adlige ganz Russland regieren konnten, warum dann nicht auch wir?&#8221; soll <a id="aptureLink_G4hQt8Yzml" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lenin">Lenin</a> einmal bezeichnenderweise gesagt haben. Besonders deutlich wird dies an der Bevorzugung der Parteimitglieder als Bürger 1. Klasse: Während die Fabrikarbeiter in den 1920er Jahren oft Hunger leiden mussten, zogen die Schergen der &#8220;Arbeiterführer&#8221; über das Land und pressten die Bauern aus, damit die Parteimitglieder in Moskau und St. Petersburg im Überfluss schwelgen konnten.  </p>
<p>[aartikel]3827008131:right[/aartikel] Die Geschichte der russischen Revolution ist aber auch die Geschichte einer Reihe faszinierender und tragischer Personen wie dem rätselhaften Mönch <a id="aptureLink_06eGYHEKZX" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rasputin">Rasputin</a>, Liebhaber der Zarin, geheimer Strippenzieher am Hof und der Legende nach so gut wie unsterblich &#8211; siebenmal musste er getötet werden, damit seine Mörder sicher sein konnten, dass er den Anschlag nicht überleben würde. Oder <a id="aptureLink_8NBIlU9ik7" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stolypin">Minister Stolypin</a>, der von den Kommunisten als absolutistischer Mörder bezeichnet wurde (eine Henkersschlinge wurde nach ihm &#8220;Stolypinkrawatte&#8221; benannt) und von den Liberalen als letzter Reformer, dem es hätte gelingen können, das absolutistische Russland auf den Weg nach Europa zu führen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, wie so oft im Riesenreich Russland.</p>
<p>Figes nutzt die persönlichen Schicksale einer Reihe herausragender Männer, um zu erklären, wie sich die Machtgleichgewichte immer mehr in Richtung der Bolschewisten verschoben. Zu diesen Persönlichkeiten gehört <a id="aptureLink_UfaTpYpgcJ" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georgi%20Jewgenjewitsch%20Lwow">Fürst Lwow</a>, der Begründer der <a id="aptureLink_xDVZvXO4bm" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Semstwo">Semstwo</a>-Bewegung in Russland, einer lokalen Selbstverwaltung der Bauern. Fürst Lwow muss das Verdienst angerechnet werden, Russland mehr als einmal vor dem Hungertod gerettet zu haben, indem er während des Weltkriegs und der Hungersnot der 1920er Jahre die Verteilung der wenigen Hilfsgüter übernahm. Fürst Lwow starb 1925 im Pariser Exil. Kein Denkmal erinnert heute mehr an ihn.</p>
<p>Auch <a id="aptureLink_VbKBunerqE" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maxim%20Gorki">Maxim Gorki</a> gehört zu den tragischen Figuren der russischen Revolution. Der Schriftsteller hat durch seine persönliche Intervention viele Menschen vor der Verurteilung durch die Bolschewiki gerettet. Obwohl er ein Sozialist war, gehörte er zu den Kritikern der Revolution, die die brutalsten Seiten der russischen Seele an die Oberfläche brachten und vor allen Dingen jede Kunst und jede Kreativität zerstörten. Deswegen glich seine Wohnung in St. Petersburg zeitweise einem Flüchtlingslager für Intellektuelle und aus ganz Russland wandten sich die Menschen mit ihren Bitten an ihn, wie sie es vorher bei Rasputin getan hatten.</p>
<p>Weniger bekannt sind Figuren wie der Bauer Sergej Semjonow, der während seines Dienstes in der russischen Armee nicht nur den Sozialismus kennenlernte, sondern auch moderne Anbaumethoden, und der damit zu einem Führer der Bauernrevolution auf dem Land wurde. Oder <a id="aptureLink_bauxaKqYNO" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexei%20Alexejewitsch%20Brussilow">General Brussilow</a>, der Held der zaristischen Armee des <a id="aptureLink_5dfNpDGM7q" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erster%20Weltkrieg">Ersten Weltkrieges</a>, der später zu den Roten überlief, um den endgültigen Zerfall des Russischen Reiches zu verhindern. Auch er eine tragische Figur.</p>
<p>Detailliert beschreibt Figes die verschiedenen Phasen vor, während und nach der Russischen Revolution: Die Realitätsferne des alten zaristischen Regimes, dass noch nicht an eine Revolution glaubte, als die Massen 1905 schon auf den Winterpalais zumarschierten, die kurze Phase der bürgerlichen Freiheit und die Zögerlichkeit, mit der die Bolschewiki 1917 die Macht übernahmen (schließlich hatte es in Russland noch keine bürgerliche Revolution gegeben, die laut Marx der sozialistischen Revolution vorhergehen musste) und den <a id="aptureLink_WhphtCbDuL" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roter%20Terror">Terror</a>, mit dem die Bolschewiki schließlich ein totalitäres System aufbauten, als die Räte die Macht übernommen hatten.</p>
<p>In der Tradition britischer Historiker wie <a id="aptureLink_BA8dtsHC9B" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Niall%20Ferguson">Niall Ferguson</a> und <a id="aptureLink_QaFXv3ndtk" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp%20Blom">Philipp Blom</a> schreibt Figes dabei in einem leicht lesbaren, erzählerischen Stil, der &#8220;Die Tragödie eines Volkes&#8221; fast zu einem Roman werden lässt. Die Russische Revolution hat die Welt verändert wie nur wenige andere historische Ereignisse vor ihr. Noch heute, beinahe über hundert Jahre nach den ersten Protesten 1905, wirft die Revolution ihren Schatten über Europa. Deswegen ist dieses Buch auch heute noch eine Pflichtlektüre für alle, die sich für Europa interessieren.</p>
<p>Foto: Paraschiv Alexandru, <a id="aptureLink_CJHECXX0K1" href="http://www.flickr.com/photos/alexandru-paraschiv/4771929314/">Untitled</a>, Lizenz: <a id="aptureLink_1FxgFfnubg" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY 2.0</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2011/01/23/orlando-figes-die-tragoedie-eines-volkes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>David Plouffe: &#8220;The Audacity to Win&#8221;</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2010/05/21/david-plouffe-the-audacity-to-win/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2010/05/21/david-plouffe-the-audacity-to-win/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 May 2010 21:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/?p=593</guid>
		<description><![CDATA[In "The Audacity to Win" beschreibt Barack Obamas Kampagnenmanager David Plouffe den erfolgreichsten Wahlkampf des Jahrzehnts aus Sicht des Siegers. Mit einer überzeugenden Botschaft und einer klaren Strategie schaffte es Obama vom "underdog" zum ersten schwarzen Präsidenten der USA.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/05/21/david-plouffe-the-audacity-to-win/" title="Permanent link to David Plouffe: &#8220;The Audacity to Win&#8221;"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/05/100521_electionnight.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for David Plouffe: &#8220;The Audacity to Win&#8221;" /></a>
</p><p>Natürlich, wer &#8220;The Audacity to Win&#8221; liest, weiß bereits vor der ersten Seite, wie die Geschichte ausgehen wird: <a id="aptureLink_aPPeqtfswI" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barack%20Obama">Barack Obama</a> wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten, der erste Schwarze im Weißen Haus. Und es wurde auch schon viel über die bemerkenswerte Kampagne von Barack Obama geschrieben. Und dennoch macht es Spaß zu lesen, wie Obamas Kampagnenmanager <a id="aptureLink_FIQyUyHslT" href="http://de.wikipedia.org/wiki/David%20Plouffe">David Plouffe</a> die zwei Jahre bis zum Einzug ins Weiße Haus erlebt hat.</p>
<p>Beindruckend ist die Disziplin, mit der Obamas Team seine auch aus amerikanischer Sicht oft eigenwillige Kampagne gegen Kritiker verteidigt und seine Strategie &#8211; Wahlmänner statt Stimmen der &#8220;popular vote&#8221; zu gewinnen und auf die Mithilfe vieler Freiwilliger statt auf &#8220;Endorsements&#8221; einzelner prominenter Unterstützer zu setzen &#8211; konsequent umsetzt:</p>
<blockquote><p>One of the fundamental truhths of the campaign story, one that will always stick with those of us who went through it, is that we threw long. We refused to be defined by past electoral and American history, by what we were told we couldn&#8217;t do. We tried to see things simply as they existed.</p></blockquote>
<p>[aartikel]0670021334:right[/aartikel]  Barack Obamas Sieg beruht auf der Mobilisierung von Wählergruppen, die sonst kaum zur Wahl gehen, vor allen Dingen junger Menschen und Schwarzer. Für die Demokraten war der Vorsprung überwältigend: seit der Wahl von <a id="aptureLink_l8H5q3A20x" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lyndon%20B.%20Johnson">Lyndon B. Johnson</a> 1963 hatte kein demokratischer Präsidentschaftskandidat mehr so viele Stimmen gewonnen wie Barack Obama.</p>
<p>Der Weg ins Weiße Haus führte durch die härtesten Vorwahlen der jüngeren Geschichte der USA, und das spiegelt sich auch im Buch wieder: fast zwei Drittel der gesamten Geschichte befassen sich mit den Vorwahlen und dem Kampf Obamas gegen die &#8220;unvermeidliche&#8221; Kandidatin <a id="aptureLink_6dWdz89gAs" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hillary%20Clinton">Hillary Clinton</a>, die letzlich jedoch <a id="aptureLink_6Ws01E5deN" href="http://www.danielflorian.de/2008/08/17/wie-hillary-clintons-kampagne-scheiterte/">scheiterte</a>. Nach der Nominierung durch den Parteitag der Demokraten, so scheint es beim Lesen, war die Wahl Obamas nur noch ein Spaziergang gewesen.</p>
<p>Einen Dämpfer bekommt der Mythos verpasst, dass Obama den Wahlkampf vor allem durch den cleveren Einsatz des Internet gewonnen habe. Zwar spielte das Netz &#8211; und vor allen Dingen die Social-Network-Seite my.BarackObama.com eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Plouffes Buch zeigt aber, dass nicht das Internet, sondern ein cleveres Datenmanagement den eigentlichen Erfolg der Kampagne ausmachte. Unermüdlich haben Barack Obamas Unterstützer &#8220;field reports&#8221; über die Begegnungen mit Obama-Wählern und Unentschlossenen ausgefüllt und so ein genaues Bild der Stimmung im Land gezeichnet. Diese Daten &#8211; oft genauer als die Meinungsumfragen der Umfrageinstitute &#8211; waren die Grundlage des Erfolges von Barack Obama in den <a id="aptureLink_G7KVDVzEhD" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Swing%20State">&#8220;battleground states&#8221;</a>.</p>
<p>Ist &#8220;The Audacity to Win&#8221; ein &#8220;must-read&#8221; für Kampagnenmacher, das Buch zum Sieg? Ja und nein. Viele Elemente des US-Wahlkampfes sind nur schwerlich auf die BRD zu übertragen, das eigentliche Erfolgsrezept des Wahlkampfes ist dafür um so simpler: </p>
<blockquote><p>We began with the belief that we needed a clear message as well as a single strategy. The message would encapsulate the emotion and substance we were offering voters, and the strategy would outline our theory for how we would suceed. Both of these were established at the outset and inviolable.</p></blockquote>
<p>Eine exzellente Kampagne besteht eben aus einfachen Dingen.</p>
<p>Foto: John Althouse Cohen, <a id="aptureLink_HVgSCnYC9l" href="http://www.flickr.com/photos/johncohen/3017641568/">Barack and Michelle Obama on election night</a>, Lizenz: <a id="aptureLink_kK8i4Lt9Sa" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2010/05/21/david-plouffe-the-audacity-to-win/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Parag Khanna: Der Kampf um die Zweite Welt</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/10/26/parag-khanna-der-kampf-um-die-zweite-welt/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2008/10/26/parag-khanna-der-kampf-um-die-zweite-welt/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 12:25:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/2008/10/26/parag-khanna-der-kampf-um-die-zweite-welt/</guid>
		<description><![CDATA[Während der Einfluss der USA weltweit schwindet, orientieren sich immer mehr Staaten der Zweiten Welt an der EU und China. Parag Khanas politischer Reiseführer durch die Zweite Welt ist ein manchmal etwas holzschnittartiger, aber dennoch aufschlussreicher Beitrag zur Diskussion über das Gleichgewicht der Mächte im 21. Jahrhundert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben die Europäer die Geopolitik – die sie selbst im 19. Jahrhundert erfolgreich betrieben hatten – weitgehend den Amerikanern überlassen, die dadurch zu einem <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3549072139?ie=UTF8&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3549072139">&#8220;Imperium wider Willen&#8221;</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3549072139" border="0" alt="" width="1" height="1" /> (Niall Ferguson) geworden sind. Der von den Vereinigten Staaten propagierte Deal – Sicherheit gegen ökonomische Vorteile und Demokratisierung – wird inzwischen allerdings von vielen Seiten in Frage gestellt. Es entsteht – so die zentrale These von Parag Khanna &#8211; ein <a href="http://www.amazon.de/gp/product/382700599X?ie=UTF8&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=382700599X">&#8220;Kampf um die Zweite Welt&#8221;</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=382700599X" border="0" alt="" width="1" height="1" /> zwischen den USA, der Europäischen Union und der Volksrepublik China.</p>
<p>In Anlehnung an die Pioniere der gepolitischen Weltgeschichte hat sich <a href="http://www.paragkhanna.com/" target="blank">Parag Khanna</a>, Senior Research Fellow der <a href="http://www.newamerica.net/" target="blank">New America Foundation</a>, auf eine Reise durch die Zweite Welt gemacht und dort mit Professoren, Politikern, Taxifahrern und Studenten gesprochen. Und fast überall auf der Welt, so das besorgniserregende Ergebnis dieser Gespräche, sinkt der Einfluss der USA. Das auf Koalitionen basierende imperiale Modell der USA kann sich nicht gegen das konsensorientierte Modell der EU und das konsultative Modell der Chinesen durchsetzen.</p>
<p>Khannas Buch hat den leichten Stil eines Reiseführers, der jedoch nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass Khanna durchaus ein intellektuelles Schwergewicht ist. Der &#8220;wonderwonk&#8221; (so dass Magazin <a title="Wired: Embrace the Post-American Age" href="http://www.wired.com/politics/law/magazine/16-10/sl_khanna" target="_blank"><em>Wired</em> über Khanna</a>) wurde in Indien geboren, wuchs in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland auf und arbeitete unter anderem für den <a title="Council on Foreign Relations" href="http://www.cfr.org/" target="_blank">Council on Foreign Relations</a>, <a title="Brookings Institution" href="http://www.brookings.edu/" target="_blank">Brookings</a> und das <a title="World Economic Forum" href="http://www.weforum.org/" target="_blank">World Economic Forum</a>. &#8220;Ich glaube, ich bin die einzige Person, die mit 30 bereits sieben Mal in Davos war&#8221;, sagt Khanna über sich selbst und fügt selbstironisch hinzu: &#8220;Ich weiß nicht, ob das etwas Gutes ist.&#8221;</p>
<p>Und so wie manche Reden auf Davos erscheinen auch manche der Antworten in Khannas Buch ein wenig zu vorschnell, einige der bereisten Länder werden nur holzschnittartig angerissen und komplexe wirtschaftliche und soziale Entwicklungen werden verknappt dargestellt. Aber zweifellos stellt Khanna die richtigen Fragen und wie manch andere Amerikaner (etwa der Zukunftsforscher <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596169704?ie=UTF8&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3596169704" target="blank">Jeremy Rifkin</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3596169704" border="0" alt="" width="1" height="1" />) zeigt auch Khanna eine große Sympathie für das europäische Modell der regionalen Integration, dass auch in anderen Weltregionen für Stabilität sorgen könne. Wirtschaftliche und politische Entwicklung – das ist eine der Kernaussagen Khannas – muss regional, nicht national gedacht werden. Die Schaffung einer eigenen &#8220;peer group&#8221; für eine Region wirke disziplinierend und motivierend, genauso wie die &#8220;unsichtbare Hand&#8221; der Kopenhagener Kriterien bereits jetzt stabilisierend auf dem Balkan wirkt.</p>
<table border="0" cellspacing="10" width="120" align="right">
<tr>
<td><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=382700599X&#038;fc1=414141&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></td>
</tr>
</table>
<p>Neben den &#8216;üblichen Verdächtigen&#8217; lenkt Khanna die Aufmerksamkeit der Leser auch auf einige wichtige Länder und Regionen, die von westlichen &#8220;policy makers&#8221; bislang noch vernachlässigt werden: der gesamte Maghreb gehört etwa dazu, den Khanna als natürlichen Teil der &#8220;Eurosphäre&#8221; sieht, aber auch Staaten wie das &#8220;grüne&#8221; Brasilien oder Argentinien, das sich derzeit auf dem Abstieg in die Dritte Welt befinde. Auch in Asien setze sich anstelle von &#8220;westlichen&#8221; Werten eine asiatische Version des &#8220;Gesellschaftsvertrages&#8221; durch, der sich durch offenen Gesellschaften, aber ein im Vergleich dazu geschlossenes politisches System auszeichne, bei dem Demokratie als Mittel zum Zweck, nicht als eigenständiger Wert, gesehen werde.</p>
<p>Eine geopolitische Herausforderung bleibt offensichtlich auch der Nahe und Mittlere Osten. Die Länder dieser Region sind geeint durch überwiegend antiamerikanische Regierungen, getrennt durch die Unfähigkeit zu regionaler Integration nach dem Vorbild der EU (auch wenn Khanna Dubau als &#8220;kleines Brüssel&#8221; beschreibt) und unabhängig von chinesischen Entwicklungsgeldern. Sie bilden also ein Machtvakuum in Khannas Imperientheorie. An diesem Beispiel zeigt sich, dass Khannas realpolitisches Erklärungsmodell in manchen Regionen schlicht zu kurz greift.</p>
<p>Die Dialektik von Geopolitik und Globalisierung (und der Rolle von Imperien in beiden), die Khanna in seinem Buch diskutiert, kann er letztendlich nicht auflösen oder erklären. Aber man muss Khannas Realismus nicht teilen, um sein Buch trotzdem schätzen zu können. Es hat die Diskussion über das globale Machtgleichgewicht im 21. Jahrhundert erst eröffnet.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2008/10/26/parag-khanna-der-kampf-um-die-zweite-welt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lesetipp: &#8220;Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik&#8221;</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/09/07/lesetipp-weltvertragliche-energiesicherheitspolitik/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2008/09/07/lesetipp-weltvertragliche-energiesicherheitspolitik/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Sep 2008 11:12:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/2008/09/07/lesetipp-weltvertragliche-energiesicherheitspolitik/</guid>
		<description><![CDATA[Das neukonzeptionierte "Jahrbuch Internationale Politik" der DGAP bietet einen umfassenden Blick auf das Thema "Energiesicherheitspolitik", der kaum eine Frage offen lässt. Seine besondere Bedeutung erlangt das Jahrbuch jedoch durch die Verbindung wissenschaftlicher Analysen mit politischen Beurteilungen durch die entsprechenden Akteure in den Bundesministerien sowie im Bundestag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="captionright" style="width:350px"><img src='http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2008/09/080907_energiesicherheit.jpg' alt='Streitfall Energie: wie sicher ist unsere Energieversorgung?' />
<p>Streitfall Energie: wie sicher ist unsere Energieversorgung?. Foto: <a target="blank" href="http://www.flickr.com/people/lollie-pop/">Lollie-Pop</a>, Lizenz: <a target="blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Creative Commons</a>.</p>
</div>
<p>Nicht der &#8220;Platz an der Sonne&#8221;, sondern der &#8220;Platz an der Energiequelle&#8221; ist heute zu einem zentralen Leitmotiv in der Politik geworden. Energiesicherheit, also die verlässliche Versorgung eines Landes mit Energie – sei es Öl, Gas, Kernkraft oder Bioenergie – ist heute eine der großen Herausforderungen für Regierungen auf der ganzen Welt. Die Möglichkeiten zur Entwicklung einer &#8220;weltverträglichen Energiesicherheitspolitik&#8221; ist auch das Thema des <a target="blank" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FJahrb%25C3%25BCcher-Forschungsinstituts-Deutschen-Gesellschaft-Ausw%25C3%25A4rtige%2Fdp%2F3486583425%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks%26qid%3D1220732970%26sr%3D8-1&#038;site-redirect=de&#038;tag=danielflorian-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742">&#8220;Jahrbuch Internationale Politik&#8221;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=ur2&amp;o=3" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />, das die <a target="blank" title="Profil der DGAP im Think Tank Directory Deutschland" href="http://www.thinktankdirectory.org/directory/dgap.shtml" target="_self">Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik</a> in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem komplett überarbeiteten Konzept herausgebracht hat.</p>
<p>Während das Jahrbuch bislang chronologisch angelegt war und die wichtigsten internationalen Ereignisse der vergangenen Jahre (der Band erscheint zweijährlich) dokumentierte, liegt der Neukonzeption eine gänzlich andere Idee zugrunde: Die einzelnen Beiträge des Bandes gruppieren sich jeweils um ein zentrales Thema der internationalen Beziehungen &ndash; hier: das Thema Energiesicherheit. In über 50 Einzelbeiträgen werden jeweils Teilaspekte des Hauptthemas beleuchtet, und zwar im Einzelnen: die wichtigsten Angebotsregionen, die größten Nachfrageregionen sowie die Rolle der einschlägigen transnationalen und internationalen Organisationen, Regime sowie privater Akteure.</p>
<p>Erstmals sind im vorliegenden Band auch dem Bundeskanzleramt, den wichtigsten Ministerien und den im Bundestag vertretenen Parteien Platz eingeräumt worden, den Themenkomplex &#8220;Energiesicherheit&#8221; aus ihrer Sicht zu behandeln. So erhält der Leser auch einen umfangreichen Einblick auf die innenpolitische Dimenion der gegenwärtigen Energiedebatte. Ein Kapitel über das Thema Energiesicherheit in der öffentlichen Meinung rundet diesen ersten Teil des Bandes ab.</p>
<p>Gerade das Thema Energiesicherheit zeigt auf eindrucksvolle Weise die Vorteile des neuen Konzeptes, denn mehr als andere Themen ist die Energiesicherheit durch ein hohes Maß an Interdependenz geprägt und in der Regel nur kollektiv realisierbar. Diese Interdependenz ist nicht nur in der Gaswirtschaft zu beobachten, deren Pipelines in der Regel eine Vielzahl von Transitländern durchqueren, bis sie beim Konsumenten ankommen, sondern auch bei den vermeintlich autarken &#8220;Öl-Scheichtümern&#8221;, die zwar Rohöl exportieren, dafür aber häufig auf Importe von raffiniertem Öl angewiesen sind. Schließlich wird auch der für die Kernenergie essentielle Rohstoff Uran international gehandelt. Kaum ein anderes Politikfeld ist daher so sehr auf multilaterale Verhandlungen und internationale Regime angewiesen wie die Energiepolitik.</p>
<p>Kern des Buches sind die 21 Länderstudien, die einen umfassenden Einblick über Energieresourcen, Energiebedarf, Energieaußenpolitik und die innenpolitische Debatte über Energiesicherheit geben. Weil alle Autoren dabei einem ähnlichen Leitfaden folgen, ermöglichen diese Kapitel auch eine direkte Vergleichbarkeit der einzelnen Länder untereinander.</p>
<p>Der Band zeigt dabei nicht nur deutlich, dass im globalen Rennen um Energieressourcen mit harten Bandagen gekämpft wird, sondern auch, welche Regionen durch den weltweiten Energiehunger wieder vermehrt in den Blickpunkt rücken könnten. So wollen die USA bis 2015 etwa 25 Prozent ihres Erdöls aus dem subsaharischen Afrika importieren. Die einzelnen Länderstudien sind dabei mit umfangreichen Datenmaterial unterfüttert und enlarven dadurch manche politischen Drohungen (wie die des venezuelanischen Präsidenten Hugo Chavéz) als pure Rhetorik. Denn obwohl Chavéz den USA immer wieder damit gedroht hatte, dem Land den Ölhahn abzudrehen, ist die Abhängigkeit Venezuelas von Exporten nach USA in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, während USA ihre Abhängigkeit von Importen aus Venezuela im selben Zeitraum verringern konnten.</p>
<p>Auf Nachfrageseite ist die Situation vor allen Dingen durch eine &#8220;verschärfte Konkurrenzsituation&#8221; gekennzeichnet, wie das Jahrbuch konstatiert. Neben den westlichen Industriestaaten rückt der Band auch die aufstrebenden Wirtschaftsmächte – China, Indien und die beiden Koreas – ins Licht der Aufmerksamkeit. Insbesondere China entwickelt sich zu einer Herausforderung für Außenpolitiker, weil sich China einer vollständigen Integration in die bestehenden multilateralen Energieforen widersetzt und statt dessen eine durch eine ausgeprägte &#8220;Energiediplomatie&#8221; begleitete &#8220;neomerkantilistische Energieaußenpolitik verfolgt. Ob es gelingt, China in einen multilateralen energiepolitischen Rahmen einzubinden, wie Autor Heinrich Kreft erwartet, bleibt offen.</p>
<p>Der letzte Teil des Buches behandelt die verschiedenen energiepolitischen Institutionen – angefangen bei der OPEC, über die IEA, die WTO und natürlich die Europäische Union. Dieser Abschnitt bietet jedoch auch Raum für einen Blick über den Tellerrand und fragte etwa, welche Rolle die NATO bei der Gewährleistung von Energiesicherheit spielen kann oder welche Auswirkungen die globale demografische Entwicklung auf die weltweite Nachfrage nach Energie haben wird.</p>
<p>Ingesamt bietet das Jahrbuch einen umfassenden Blick auf ein existentielles Thema von globaler Bedeutung, der kaum eine Frage offen lässt. In manchen Bereichen (etwa in den Russland betreffenden Kapiteln, wo es inzwischen einen Regierungswechsel gab) ist das Buch zwar nicht auf dem neuesten Stand, beweist dafür in anderen Bereichen – etwa bei der Vorhersage von Verteilungskonflikten aufgrund der Produktion von Bio-Ethanol in Brasilien – geradezu prophetische Qualitäten.</p>
<table width="120px" align="right" cellspacing="10">
<tr>
<td>
<iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3486583425&#038;fc1=666666&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe>
</td>
</tr>
</table>
<p>Seine besondere Bedeutung erlangt das Jahrbuch jedoch durch die Verbindung wissenschaftlicher Analysen mit politischen Beurteilungen durch die entsprechenden Akteure in den Bundesministerien sowie im Bundestag. Dieses neuartige Konzept bietet den Herausgebern zufolge die Möglichkeit eines direkten Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik, in dem der Politik einerseits Lösungsvorschläge präsentiert werden können, während auf der anderen Seite die &#8220;academic community&#8221; auf Forschungsdesiderate hingewiesen wird.</p>
<p>Diese Verknüpfung von wissenschaftlicher und politischer Debatte wird jedoch auch einen Beitrag dazu leisten, dass das &#8220;Jahrbuch Internationale Politik&#8221; einen breiten Leserkreis erreichen wird. Nicht nur für Wissenschaftler, Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter in der Bundesverwaltung und im Bundestag ist das Jahrbuch eine wichtige Arbeitshilfe, sondern auch für Mitarbeiter in global agierenden Unternehmen, in Beratungsgesellschaften, Agenturen und – nicht zuletzt – in den Medien. Dem neuen Jahrbuch ist deswegen eine breite Aufmerksamkeit zu wünschen.</p>
<p>Weitere Informationen sowie ein Inhaltsverzeichnis des Buches finden Sie auf der <a target="blank" href="http://www.dgap.org/publikationen/view/1dd316a62056ca2316a11ddb4c72bcfc5a0eec5eec5.html">Webseite der DGAP</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2008/09/07/lesetipp-weltvertragliche-energiesicherheitspolitik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hinter der chinesischen Mauer: wer macht in China Politik?</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/07/14/hinter-der-chinesischen-mauer-wer-macht-in-china-politik/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2008/07/14/hinter-der-chinesischen-mauer-wer-macht-in-china-politik/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 20:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/2008/07/14/hinter-der-chinesischen-mauer-wer-macht-in-china-politik/</guid>
		<description><![CDATA[Die vergangenen 30 Jahre politischer und wirtschaftlicher Reform in China sind auf die Integration Chinas in die Welt ausgerichtet wesen. In den kommenden dreißig Jahre wird China versuchen, die Welt nach seinen Maßen neu zu ordnen. Auf eindrucksvolle Art und Weise zeigt Leonard, wie die Welt aus chinesischer Perspektive aussieht und bietet einen spannenden Einblick in die Dynamik der politischen Debatte in der Volksrepublik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="captionright" style="width: 120px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=0007230680&amp;fc1=414141&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=009193&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" align="right" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></div>
<p>In erstaunlicher Geschwindigkeit hat sich die Volksrepublik China in den letzten zehn Jahren eine einflussreiche Position in der internationalen Politik gesichert. Dennoch bleibt unser Bild von China eindimensional: eine dynamische Wirtschaft steht einem statischen politischen System gegenüber, so die gängige Meinung über China.</p>
<p>Dass diese Einschätzung der Volksrepublik nicht gerecht wird, zeigt Mark Leonard, Direktor des <a href="http://www.ecfr.eu/" title="European Council on Foreign Relations" target="_blank">European Council on Foreign Relations</a> und Autor des Buches <a tarrget="blank" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FWarum-Europa-die-Zukunft-geh%25C3%25B6rt%2Fdp%2F3423245263%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks%26qid%3D1214117609%26sr%3D8-4&amp;site-redirect=de&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742">&#8220;Warum Europa die Zukunft gehört&#8221;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=ur2&amp;o=3" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important" border="0" height="1" width="1" /> in seinem neuen Buch <a target="blank" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FWhat-Does-China-Think-Leonard%2Fdp%2F0007230680%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks-intl-de%26qid%3D1214117609%26sr%3D8-1&amp;site-redirect=de&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742">&#8220;What does China think&#8221;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=ur2&amp;o=3" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important" border="0" height="1" width="1" />. Leonard selbst beschreibt sich dabei als &#8220;Sinologen aus Zufall&#8221;, der überrascht wurde von der Größe und Vielfalt der chinesischen Think-Tank-Szene. Tausende von Akademikern, die die kommunistische Partei in Fragen der Wirtschafts-, Außen- und Innenpolitik beraten – das passt nicht in das klassische Bild der &#8220;black box&#8221; Peking.</p>
<p>Und doch gibt es eine lebhafte Debatte über politische Steuerung und auch über Demokratisierung in China, die sich natürlich zum Teil erheblich von den Vorstellungen des Westens unterscheidet. Andes als die Länder Osteuropas oder Lateinamerikas folgte China nicht dem westlichen Modell der politischen Demokratisierung als Vorstufe einer marktwirtschaftlichen Ordnung, sondern nahm den umgekehrten Weg – mit dem Erfolg, dass China seit 30 Jahren zweistellige Wachstumsraten vorweisen kann. Nun streiten sich aber auch in China die &#8220;Neue Rechte&#8221; und die &#8220;Neue Linke&#8221;, wie der neue Reichtum Chinas verteilt werden soll.</p>
<p>Auch politisch versucht die KP China, ihre Herrschaft durch erste Experimente mit demokratischen Prozessen zu legitimieren. Im Zentrum stehen dabei jedoch keine nationalen Wahlen in einem Mehrparteiensystem, sondern Bürgermeisterwahlen auf kommunaler Ebene, mehr innerparteilichen Wettbewerb und Instrumente deliberativer Beteiligung einfacher Bürger durch Planungszellen oder Meinungsumfragen. Auch Wissenschaftler spielen dabei eine wichtige Rolle (siehe <a target="blank" href="http://www.thinktankdirectory.org/blog/2007/09/09/die-intellektuellen-haben-vom-aufstieg-chinas-profitiert/" title="Think Tank Alert: ">&#8220;Die Intellektuellen haben vom Aufstieg Chinas profitiert&#8221;</a>, September 2007). Am Ende könnte dabei eine hochtechnologisierte &#8220;deliberative Diktatur&#8221; stehen, in der es zwar keine nationalen Wahlen gibt, die Regierung aber dennoch auf die Wünsche ihrer Bürger reagiert, durch Gesetze gebunden und dadurch auch relativ stabil ist.</p>
<p>Außenpolitisch hat die Volksrepublik ihren revolutionären Anspruch fallen gelassen und tritt statt dessen für einen multilateralen Politikansatz auf der Basis der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten ein. Kern dieses Ansatzes ist ein Modell der &#8220;kooperativen Sicherheitspolitik&#8221; und die Gründung von neuen regionalen Institutionen, die in Konkurrenz zu EU, OSZE, NATO und anderen Organisationen des &#8220;Washington Consensus&#8221; treten. In Asien, aber auch darüber hinaus, entsteht bereits der neue &#8220;Beijing Consesus&#8221; und gewinnt immer neue Anhänger (siehe dazu auch Joshua Kurlantzicks Buch <a target="blank" href="http://www.danielflorian.de/2008/06/21/bitte-lacheln-chinas-globale-charmeoffensive/" title="Daniel Florian: Bitte lächeln: Chinas globale " target="_blank">&#8220;Charm Offensive: How China&#8217;s Soft Power Is Transforming the World&#8221;</a>).</p>
<p>Die vergangenen 30 Jahre politischer und wirtschaftlicher Reform in China, so Leonard in seinem Schlusskapitel, seien auf die Integration Chinas in die Welt ausgerichtet wesen. In den kommenden dreißig Jahre werde China versuchen, die Welt nach seinen Maßen neu zu ordnen. Auf eindrucksvolle Art und Weise zeigt Leonard, wie die Welt aus chinesischer Perspektive aussieht und bietet einen spannenden Einblick in die Dynamik der politischen Debatte in der Volksrepublik.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2008/07/14/hinter-der-chinesischen-mauer-wer-macht-in-china-politik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bitte lächeln: Chinas globale &#8220;Charmeoffensive&#8221;</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/06/21/bitte-lacheln-chinas-globale-charmeoffensive/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2008/06/21/bitte-lacheln-chinas-globale-charmeoffensive/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Jun 2008 20:43:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Public Diplomacy]]></category>
		<category><![CDATA[soft power]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/2008/06/21/bitte-lacheln-chinas-globale-charmeoffensive/</guid>
		<description><![CDATA[In den vergangenen Jahren hat die Volksrepublik mit einer gigantischen Diplomatie-Offensive die Suche nach neuen Freunden in der internationalen Politik begonnen. Angetrieben wird das Land dabei von dem Wunsch, den Einfluss der Vereinigten Staaten in der Welt auszubalancieren. Joshua Kurlantzick beschreibt in seinem Buch die neue "Charmoffensive" aus dem "Land des Lächelns".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="captionright" style="width:350px"><img src='http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2008/06/080621_charmeoffensive.jpg' alt='Charmeoffensive: China sucht sich neue Freunde in der internationalen Politik' />
<p>Charmeoffensive: China sucht sich neue Freunde in der internationalen Politik. Foto: <a target="blank" href="http://www.flickr.com/people/erussell1984/">Ned Russell</a>, Lizenz: <a target="blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">Creative Commons</a>.</p>
</div>
<p>Nur zweimal hat der chinesische Parteichef Mao Zedong in seiner fast 30-jährigen Amtszeit das Ausland besucht, 1950 und 1957, und beide Male ging es lediglich zum &#8220;Großen Bruder&#8221; nach Moskau. Der heutige Staatspräsident Hu Jintao dagegen hat alleine in diesem Jahr dutzende von Staaten besucht, vor allen Dingen in Afrika, Lateinamerika und Südostasien. Nach dem Tod von Deng Xiaoping hat die Volksrepublik eine beispiellose Diplomatie-Offensive gestartet und überall auf der Welt um neue Freunde geworben.</p>
<p>Der Journalist Joshua Kurlantzick wirft in seinem Buch <a target="blank" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FCharm-Offensive-Chinas-Transforming-Republic%2Fdp%2F0300136285%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks-intl-de%26qid%3D1214066229%26sr%3D8-1&#038;site-redirect=de&#038;tag=danielflorian-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742">&#8220;Charm Offensive: How China&#8217;s Soft Power Is Transforming the World&#8221;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=ur2&amp;o=3" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> einen kenntnisreichen Blick auf Chinas Soft-Power-Offensive, die von von der politischen Klasse im Westen bislang weitgehend unbemerkt geblieben ist, weil sie stets in kleinen Schritten erfolgte. Er beschreibt dabei nicht nur, welche Kanäle die chinesische Regierung für Ihre Eigenwerbung nutzt (etwa Entwicklungshilfe, Wirtschaftshilfe, Kulturdiplomatie und internationale Organisationen), sondern fragt auch, welche Ziele sie damit verfolgt.</p>
<p>Zwar spielt die Verbreitung des Kommunismus heute keine wichtige Rolle mehr, aber nach wie vor fühlt sich die chinesische Regierung durch die Präsenz der USA in Asien und ihren weltweiten Einfluss bedroht und fürchtet, die Vereinigten Staaten könnten versuchen, den Aufstieg Chinas aufzuhalten. Aber weil China mit der Militärmacht der Amerikaner nicht konkurrieren kann, macht sich das &#8220;Land des Lächelns&#8221; die Schwäche der amerikanischen Soft Power zu Eigen. Auf Konferenzen und Staatstreffen, auf Gipfeln und in internationalen Organisationen präsentiert sich die Volksrepublik als der &#8216;Anwalt der Armen&#8217; und Gegengewicht zu den Vereinigten Staaten, deren Doppelmoral und Einmischungspolitik sie kontinuierlich kritisiert. Auf der anderen Seite gibt sich China als verlässlicher und verantwortungsbewusster Partner und hat sich unter anderem erfolgreich für die Durchführung der Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm eingesetzt.</p>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=0300136285&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Kurlantzick spart aber auch nicht an Kritik an China. Denn trotz seiner Nichteinmischungsrhetorik nimmt China massiv auf die inneren Angelegenheiten einiger Staaten ein und unterstützt diktatorische Regime in Afrika und Asien aktiv. Dies könne, so Kurlantzick, in Zukunft auf die Volksrepublik zurückfallen und seine Reputation in der Dritten Welt massiv beeinträchtigen. Auch die Tendenz der Chinesen, Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt zu fördern, dabei zugleich aber die schlechten Arbeits- und Sicherheitsstandards ihres Landes zu exportieren und dort chinesische anstelle der einheimischen Arbeiter zu beschäftigen, sorgt für Konfliktpotential mit Chinas neuen Freunden.</p>
<p>Bislang aber steigt der Einfluss Chinas ständig an, häufig zu Lasten des Westens und insbesondere der USA. Nur wenn wir ebenfalls mehr Ressourcen in Soft Power und in Public Diplomacy investieren, können wir mit Chinas Beliebtheit in der Dritten Welt mithalten. Dafür, schließt Kurlantzick, müssen wir die chinesische Soft Power jedoch erst einmal verstehen. Sein Buch ist der beste Ausgangspunkt dafür. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2008/06/21/bitte-lacheln-chinas-globale-charmeoffensive/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>It&#8217;s the spin, stupid!</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/02/24/its-the-spin-stupid/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2008/02/24/its-the-spin-stupid/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Feb 2008 14:14:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Tony Blair]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/2008/02/24/its-the-spin-stupid/</guid>
		<description><![CDATA[Alastair Campbell, der Spin-Doktor Tony Blairs, schreibt in seinem Tagebuch über Lady Di, Bill Clinton, und Tony Blair in Boxer-Shorts. Vor allen Dingen geht es allerdings um das Zusammenspiel von Politik und Medien im 21. Jahrhundert. Ein wichtiges Buch für alle Politik- und Medienjunkies.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Für viele ist Alastair Campbell das Sinnbild des sinistren, die Medien manipulierenden Spin-Doktors. Von 1994 bis 2003 war Campbell einer der engsten Mitarbeiter von Tony Blair, seit 1997 auch Regierungssprecher. In dieser Funktion war er wesentlich für den Erfolg von Blairs &#8220;New-Labour-Projekt&#8221; verantwortlich, allerdings zog er auch viel Kritik auf sich. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Irak-Dossier der britischen Regierung, das er im Februar 2003 vorstellte, wurde ihm vorgeworfen, die Fakten aufgebauscht (&#8220;sexed up&#8221;) zu haben. Die Kontroverse um das Irak-Dossier führte zu einem tiefen Streit zwischen der BBC und der britischen Regierung und letztlich auch zum Tod eines Angestellten des britischen Verteidigungsministeriums, der von der BBC als Quelle genannt wurde.</p>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=0091796296&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>In Campbells Tagebuch &#8220;The Blair Years&#8221; geht es allerdings (und zum Glück) nicht nur um den Irak, sondern auch um andere Themen. Der Nordirland-Konflikt (der in Deutschland kaum wahrgenommen wurde) spielt ebenfalls eine große Rolle, wie auch der Tod von Prinzessin Diana, die Beziehungen zu den USA &ndash; und die Frage, wie Tony Blair in Shorts aussieht. Vor allen Dingen Bill Clinton spielt eine wichtige Rolle. Interessant ist aber auch, welche Themen nicht so prominent behandelt werden: Die EU-Gipfel erinnern in der Beschreibung Campbells häufig eher an das Hauen und Stechen während eines Weihnachtsbesuchs der Familie, und der Wahlsieg Gerhard Schröders wie auch sein &#8220;Dritter Weg&#8221; werden jenseits des Kanals ebenfalls nur am Rande wahrgenommen.</p>
<p>Vor allen Dingen geht es aber darum, wie Politik und Medien im 21. Jahrhundert funktionieren. Die Überallverfügbarkeit der Medien setzt Politik und Medien gleichermaßen unter Druck. Politiker werden hoch- oder runtergeschrieben und die Medien unterliegen einem ständigen Veröffentlichungsdruck auf Kosten der Qualität: &#8220;we have more media coverage than ever, but less understanding of real debate&#8221;, schreibt Campbell in seiner Einleitung.</p>
<p>Natürlich: ein Spin-Doktor muss so etwas sagen, aber andererseits finde ich es bezeichnend, dass gerade ehemalige Journalisten, die auf die Sprecher-Seite wechseln (Campbell arbeitete zuvor beim <i>Daily Mirror</i> und bei der Boulevardzeitung <i>Today</i>), extrem kritisch gegenüber ihren früheren Kollegen sind und mit wieviel Zynismus sie das Mediengeschäft beschreiben.</p>
<p>Campbell selber kritisiert vor allen Dingen die Tendenz der britischen Medien, selbst Erfolge zu kritisieren. Auch in Deutschland und Kontinentaleuropa werde diese Art der Berichterstattung zunehmen, prophezeite er 2006 auf dem &#8220;Politikkongress&#8221; in Berlin. Und auch ich habe 2005 kritisiert, <a href="http://www.danielflorian.de/2006/09/28/kanzler-oder-kanzlerin/">wie Redakteure mit suggestivem Journalismus versuchen, Wahlkämpfe zu beeinflussen</a>.</p>
<p>Ein weiterer roter Faden, der sich durch das ganze Buch zieht, ist die ständige Versuchung, den Job an den Nagel zu hängen. Zwischen Presse, Parteifreunden und Opposition bleibt keine Zeit mehr für Privatleben. Campbell &ndash; der eigentlich nicht als &#8220;Blairite&#8221;, sondern als eher traditioneller Labour-Anhänger gilt &ndash; sieht sich darüber hinaus auch in einem persönlichen Konflikt. Aufgrund seines Jobs übernimmt er Blairs Positionen zu 100 Prozent, was ihm Streit mit seinen engsten Freunden und seiner Frau Fiona Millar (einer Beraterin von Cherie Blair) einbringt.</p>
<p>Für Polit- und Medien-Junkies ist &#8220;The Blair Years&#8221; eine interessante und lehrreiche &ndash; wenn auch ein wenig zu lang geratene &ndash; Lektüre. Und Gratis-Tipps von Bill Clinton gibt es auch: &#8220;There is no point in saying what you have done, keep saying what you are going to do&#8221;. Das sollte er lieber auch seiner Frau erzählen &ndash; im US-Vorwahlkampf kann sie diesen Tipp gut gebrauchen. Erfahrung ist eben nicht alles.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2008/02/24/its-the-spin-stupid/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die unbekannte Geschichte des Chairman Mao</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/02/03/die-unbekannte-geschichte-des-chairman-mao/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2008/02/03/die-unbekannte-geschichte-des-chairman-mao/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 16:17:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Public Diplomacy]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/2008/02/03/die-unbekannte-geschichte-des-chairman-mao/</guid>
		<description><![CDATA[Die roten Mao-Bibeln haben den Führer der Kommunistischen Partei in China weltweit berühmt gemacht. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Mao für den Tod von 70 Millionen Menschen in Friedenszeiten verantwortlich ist &#8211; mehr Tote als bei jedem anderen Staatschef des 20. Jahrhunderts. Jung Chang und Jon Halliday haben eine Biographie und Anklageschrift geschrieben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div style="width:300px" class="captionright"><img width="300" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2008/02/m_080203.png" alt="Gute PR: US-Präsident Nixon besucht Mao in China (1972). Foto: wikipedia.de" />
<p>Gute PR: US-Präsident Nixon besucht Mao in China (1972). Foto: <a target="blank" href="http://de.wikipedia.org">wikipedia.de</a></p>
</div>
<p>Die roten Mao-Bibeln haben den Führer der Kommunistischen Partei in China weltweit berühmt gemacht. Weniger bekannt, so die beiden Autoren Jung Chang und Jon Halliday, ist die Tatsache, dass Mao für den Tod von 70 Millionen Menschen in Friedenszeiten verantwortlich ist &ndash; mehr Tote als bei jedem anderen Staatschef des 20. Jahrhunderts.</p>
<p>Ich habe Jung Chang 2005 bei einem Vortrag an der University of York gesehen, wo sie 1982 als erster Chinese aus der Volksrepublik ein britisches Stipendium bekam. In dem Vortrag beklagte Chang die fehlende geistige Offenheit in totalitären Systemen wie Maos China. Nach dem ersten Treffen mit ihrem Gutachter, so erzählte sie, forderte dieser sie auf, ihm ihre Doktorarbeit zu zeigen. &#8220;Aber die habe ich doch noch gar nicht geschrieben&#8221;, entgegnete Chang verwundert und ihr Gutachter erwiderte: &#8220;Aber die Ergebnisse hast Du schon im Kopf!&#8221;</p>
<p>Und so ist es auch mit der Mao-Biographie, die vielmehr eine Anklageschrift gegen einen der größten Dikatoren des letzten Jahrhunderts ist. Aber auch wenn Chang und der Historiker Chang keinen Zweifel an ihrer Einstellung zu Mao lassen, ist das Buch dennoch lesenswert.</p>
<p>Über einhundert Interviews haben die Autoren für das Buch durchgeführt und dutzende Archive auf der ganzen Welt durchforstet, im Westen, aber auch in ehemaligen Ostblockstaaten. Eindrucksvoll schildern Chang und Halliday, wie Mao bewusst den massenhaften Tod seiner Landsleute in Kauf nahm, um die nukleare Aufrüstung Chinas und die Vorherrschaft seines Landes zuerst in der kommunistischen Welt, ultimativ aber auch auf der ganzen Welt zu erreichen. &#8220;Wir müssen die Welt kontrollieren&#8221;, sagte er seinen zu Getreuen. &#8220;Wie müssen sie uniform machen.&#8221;</p>
<div class="captionright"><iframe target="blank" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3570550338&#038;fc1=224970&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Im Inland setzte Mao dabei die Bevölkerung massiv unter Druck, nach Außen hin präsentierte er China mit Hilfe westlicher Journalisten als friedliches und aufstrebendes Land. Durch öffentliche Exekutionen und soziale Kontrolle brutalisierte er die eigene Bevölkerung &ndash; ganz im Gegenteil zu Hitler oder Stalin, die stets versuchten, ihre Verbrechen zu vertuschen.</p>
<p>Der wirtschaftliche Fortschritt Chinas war nur auf Kosten der Bevölkerung zu erreichen. Während des &#8220;Großen Sprungs nach Vorn&#8221; starben bis zu 38 Millionen Menschen. Gegenüber ausländischen Gästen konnte er das Leiden seines Volkes erfolgreich verbergen.  Ausländische Journalisten wie Edgar Snow, aber auch Politiker wie Francois Mitterand, der China 1961 als Vorsitzender der französischen Journalisten besuchte, ließen sich von Mao einnehmen. &#8220;Ich wiederhole mich, damit es gehört wird: es gibt keine Hungersnot in China&#8221;, beteuerte Mitterand.</p>
<p>Und gerade weil der Westen China teilweise regelrecht hofierte und hoffte, Mao gegen die Sowjetunion zu instrumentalisieren, ist das Buch eine wichtige Lektüre. &#8220;An atom bomb of a book&#8221;, wie auch das <em>Time-</em>Magazine schreibt.  </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2008/02/03/die-unbekannte-geschichte-des-chairman-mao/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die besten Bücher 2007</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/01/10/die-besten-bucher-2007/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2008/01/10/die-besten-bucher-2007/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Jan 2008 17:23:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/blog/?p=4</guid>
		<description><![CDATA[2007 war das Jahr der deutschen Autoren, zumindest für Katharina Thiel, die zum zweiten Mal ihre Lieblingsbücher des Jahres vorstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>2007 war das Jahr der deutschen Autoren, zumindest für Katharina Thiel, die zum zweiten Mal ihre Lieblingsbücher des Jahres vorstellt.</p>
<h2>&#8220;Teil der Lösung&#8221; von Ulrich Peltzer</h2>
<p class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3250601136&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224977&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Ist das nun eher ein politischer Roman oder doch eine Liebesgeschichte? Es ist beides. Das politische Interesse ist Wegbereiter für die Liebe und die wiederum Mutmacher für Engagement. Schauplatz ist Berlin, eine überwachte Stadt. Während Christian als freier Journalist Geld für eine Recherche mit Ehemaligen der Roten Brigaden aufzutreiben versucht, schreibt Nele ihre Abschlussarbeit für die Uni und übt sich des Nachts bei kleinen Attacken als &#8220;Systemgegnerin&#8221;. In unterschiedlichen Lebenssituationen stellen beide sich dieselbe Frage: Bist Du Teil des Problems oder Teil der Lösung? Ulrich Peltzer begeistert mit einer unglaublich schnellen, filmartig geschnittenen Geschichte. Bitte lesen und erleben! Das ist mein Buch des Jahres 2007.</p>
<h2>&#8220;Don Juan de la Mancha&#8221; von Robert Menasse</h2>
<p class="captionleft" align="left"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3518419102&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224970&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>&#8220;Die Schönheit und Weisheit des Zölibats verstand ich zum ersten Mal, als Christa Chili-Schoten zwischen den Händen zerrieb, mich danach masturbierte und schließlich wünschte, dass ich sie – um es mit ihren Worten zu sagen – in den Arsch ficke.&#8221; Da fragt man sich doch, was ein Autor mit so einem Romananfang anstellen will? Auf 273 Seiten gibt Robert Menasse die denkbar beste Antwort und erzählt von dem Verführer Nathan, der trotz unzähliger Wechsel des weiblichen Pendants einzig auf der Suche nach Liebe ist. Nathan ist ein Protagonist zum Liebhaben, man kann mit ihm und auch mal über ihn lachen, seine Gedanken und Gelüste teilen und sich von seinem tragikomischen Lebensweg mitreißen lassen. Ein lohnenswertes Abenteuer.</p>
<h2>&#8220;Der Augenblick der Liebe&#8221; von Martin Walser</h2>
<p class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3499240203&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224077&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Es ist immer wieder ein Wunder, der Augenblick der Liebe, des Sichverliebens, auch für Gottlieb und Beate. Er (alternder Privatgelehrter) und sie (junge Doktorandin), verbunden in ihrer Leidenschaft für den französischen Philosophen La Mettrie, ergeben sich diesem Augenblick wie der Zwangsläufigkeit eines Naturgesetzes. Aber da ist auch Anna, Gottliebs Frau, die er nach langen Jahren der Ehe durch Beate und aus der Ferne heraus neu entdecken kann. Die Spielregeln des Alltags werden von eine Augenblick der Liebe außer Kraft gesetzt. Doch wo die Liebe zunächst zerstörerisch wirkt, dominiert am Ende ihr Wille zur Schöpfung. Martin Walser beschreibt das unbeschreiblich Schöne, die übermächtige Wirkung des wunderbarsten aller Gefühle mit einer Sprachkunst, die ihresgleichen nicht kennt.</p>
<h2>&#8220;Schöne Verhältnisse&#8221; von Edward St. Aubyn</h2>
<p class="captionleft"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3832180125&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224977&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Sommer in einer Villa in Südfrankreich: die Familie Melrose hat willkommene Freunde zu Gast, man unterhält sich geistreich, gebildet und eloquent und ist doch Figur in einer bösen Farce. Der Hausherr David, unvergleichlich an Dominanz und Boshaftigkeit, tyrannisiert mal direkt, mal zutiefst subtil sein Umfeld. Seine Frau greift zum Alkohol, während sein fünfjähriger Sohn bereits Todessehnsüchte pflegt. Auch der Rest der feinen Gesellschaft sieht besser aus als er ist. Mit einer herzlosen Leichtigkeit flanieren die Damen und Herren durch ihre exklusiv eingerichtete Hölle. Hauptsache, man sieht gut aus. St. Aubyn erzählt mit zynischer Leichtigkeit und einer Sprache, die seine Herkunft aus dem englischen Hochadel dokumentiert, wie man gediegen zugrunde geht. Selten bereitet Böses so viel Lesevergnügen.</p>
<h2>&#8220;Raumforderung&#8221; von Thomas Melle</h2>
<p class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3518418793&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224977&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>&#8220;Raumforderung&#8221; ist das erste Buch des jungen Autors Thomas Melle und beinhaltet zwölf an Inhalt und Form sehr unterschiedliche Erzählungen. Da ist die Geschichte von Marco, der die DVD mit Aufnahmen seiner Tante und seines Onkels beim Sex anschaut. Oder die Geschichte &#8220;Nachtschwimmer&#8221;, in der die winzige Grenze zwischen Leben und Tod, Spiel und Ernst nahezu unsichtbar wird. Bei aller Verschiedenheit haben die Geschichten jedoch eines gemeinsam: ständig geht es um Kontrollverlust, der einfach passiert, ohne dass er bedacht oder herausgefordert worden ist. Und gemeinsam haben sie den sezierenden Blick des Autors, der eine fast organische Sprache entfaltet und Wohnungen als &#8220;krebskrank&#8221; beschreiben kann, ohne dabei in die Lächerlichkeit abzurutschen. Thomas Melle ist eine wahre Neuentdeckung. Mehr davon!</p>
<p>Katharina Thiel studiert Germanistik und Geschichte in Berlin. Im März 2007 erschien der von ihr mit herausgegebene Band &#8220;Glück&#8221; im Parodos Verlag. Sie ist außerdem Organisatorin der Lesereihe <a target="blank" href="http://www.kreuzbergliest.de/">&#8220;Kreuzberg liest&#8221;</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2008/01/10/die-besten-bucher-2007/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die besten Bücher 2006</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2007/01/01/die-besten-bucher-2006/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2007/01/01/die-besten-bucher-2006/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Jan 2007 19:37:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/2007/01/01/die-besten-bucher-2006/</guid>
		<description><![CDATA[2006 war nicht nur das Jahr von Dan Brown, Günter Grass und Gerhard Schröder. Katharina Thiel stellt ihre Lieblingsbücher des vergangenen Jahres vor, die auch 2007 noch spannend sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>2006 war nicht nur das Jahr von Dan Brown, Günter Grass und Gerhard Schröder. Katharina Thiel stellt ihre Lieblingsbücher des vergangenen Jahres vor, die auch 2007 noch spannend sind.</p>
<h2>&#8220;Die Habenichtse&#8221; von Katharina Hacker</h2>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3518459104&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Isabelle und Jakob haben alles erreicht, was sie sich vorgenommen haben: Ihr Weg führt sie von Berlin in ihr schickes Londoner Häuschen, sie besuchen Kunstausstellungen, Theater und feine Restaurants. Doch auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen, stehen die beiden vor dem Nichts. Zwischen Anwaltskanzlei und Grafikagentur haben Isabelle und Jakob das Menschsein vergessen. Absolute Freiheit bedeutet nichts und das junge Paar ist unfähig, das eigene Leben sinnvoll zu begrenzen. Auch einander verlieren sie, die Habenichtse. Schleichend halten Gewalt und Verachtung Einzug in ihr Leben &#8230; Für diesen außergewöhnlich eindringlichen Roman erhielt die Autorin Katharina Hacker den Deutschen Buchpreis 2006.</p>
<h2>&#8220;Von der Schönheit&#8221; von Zadie Smith</h2>
<div class="captionleft"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3442463874&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Auf den ersten Blick handelt dieser Roman von zwei konkurrierenden Universitätsprofessoren und Familienoberhäuptern. Auf den zweiten Blick jedoch entpuppt er sich als die Geschichte eines Ehebruchs und einer Frau, die zutiefst verletzt und erschüttert im Glauben an ihre Werte und Ideale nicht einbricht, sondern sich voller Stolz und Selbstachtung mit ihrem Leben konfrontiert: &#8220;Das muss schrecklich für dich sein. (&#8230;) Da ist (&#8230;) dein sensibler, subtiler, ach, so wunderbarer Verstand, und dann stellt sich heraus, dein Schwanz ist ein absolut vulgäres, blödes, kleines Arschloch.&#8221; Zadie Smith positioniert ihre Helden zwischen den Polen England und Amerika, Liberalismus und Konservativismus, Hässlichkeit und Schönheit. In diesen Spannungsfeldern entsteht eine fesselnde und mit feinem Humor gewürzte Geschichte, die absolut lesenswert ist.</p>
<h2>&#8220;Die Vermessung der Welt&#8221; von Daniel Kehlmann</h2>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3499241005&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Ich muss zugeben, dass ich mich nur schwerlich für Naturwissenschaften begeistern kann. Dementsprechend skeptisch stand ich einem Roman über Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt gegenüber, beide ausgewiesene Naturwissenschaftler. Doch bereits auf der ersten Seite wich meine Skepsis der Begeisterung für dieses Buch. Während sich Humboldt durch die Büsche schlägt und Menschenfressern begegnet, würde Gauß am liebsten nicht mal das Bett verlassen. Jeder erreicht jedoch auf seine Weise sein Ziel: die Vermessung der Welt. Und amüsanter hätte die Schilderung dieses Prozederes kaum ausfallen können. Daniel Kehlmann ist vielleicht der begabteste Autor seiner Generation, zumindest beherrscht er den Konjunktiv derart perfekt, dass man diesen Text zur Pflichtlektüre im Deutschunterricht machen möchte.</p>
<h2>&#8220;Sturmflut&#8221; von Margriet de Moor</h2>
<div class="captionleft"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3423136359&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=101052&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Dieser Roman ist wohl das Schönste, was ich in diesem Jahr und darüber hinaus gelesen habe. Margriet de Moor erzählt die Geschichte zweier Menschen entlang der ungeheuren Naturkatastrophe, die sich im Februar 1953 in den Niederlanden ereignete. Lidy vertritt ihre Schwester Armanda bei einem Besuch des Patenkindes, Armanda geht derweil mit Lidys Mann auf eine Party und hütet Lidys Tochter. Von dieser Situation ausgehend taucht der Leser in zwei Zeitstränge ein: der erste erzählt von den beängstigenden und tragischen Stunden Lidys während der Sturmflut, der zweite beschreibt das Eintauchen Armandas in Lidys Leben und dessen Übernahme. Selten können Extremsituation so poetisch sein.</p>
<h2>&#8220;Der Freund und der Fremde&#8221; von Uwe Timm</h2>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3423135573&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>In diesem autobiographischen Buch schreibt Uwe Timm von seiner Freundschaft zu Benno Ohnesorg, der am 2. Juni 1967 auf der Anti-Schah-Demonstration in Berlin erschossen wurde. Die Poesie dieses Textes und das Gefühl für eine Generation auf dem Weg in die politische Rebellion kann nur aus der Feder eines Uwe Timm fließen: &#8220;So nahe, nebeneinander, hautnah. Der Nächste, der ganz andere, in dem man sich selbst auch erfährt, nicht der sein wollen, der man ist, sondern der sein, der man sein könnte, der sich in den Augen des anderen spiegelt, größer, reicher, nicht festgelegt wie bisher, sondern auf zukünftiges Gelingen angelegt.&#8221; Bleibt nur noch zu sagen: lesen und genießen!</p>
<p>Katharina Thiel studiert Germanistik und Geschichte in Berlin. Im März 2007 erschien der von ihr mit herausgegebene Band &#8220;Glück&#8221; im Parodos Verlag. Sie ist außerdem Organisatorin der Lesereihe <a target="blank" href="http://www.kreuzbergliest.de/">&#8220;Kreuzberg liest&#8221;</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.danielflorian.de/2007/01/01/die-besten-bucher-2006/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

