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	<title>Daniel Florian &#187; Lesenswert</title>
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	<description>Politik - Medien - Wissenschaft</description>
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		<title>David Plouffe: &#8220;The Audacity to Win&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 21:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[In "The Audacity to Win" beschreibt Barack Obamas Kampagnenmanager David Plouffe den erfolgreichsten Wahlkampf des Jahrzehnts aus Sicht des Siegers. Mit einer &#252;berzeugenden Botschaft und einer klaren Strategie schaffte es Obama vom "underdog" zum ersten schwarzen Pr&#228;sidenten der USA.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://www.danielflorian.de/2010/05/21/david-plouffe-the-audacity-to-win/" title="Permanent link to David Plouffe: &#8220;The Audacity to Win&#8221;"><img class="post_image alignnone" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2010/05/100521_electionnight.jpg" width="480" height="240" alt="Post image for David Plouffe: &#8220;The Audacity to Win&#8221;" /></a>
</p><p>Nat&#252;rlich, wer &#8220;The Audacity to Win&#8221; liest, wei&#223; bereits vor der ersten Seite, wie die Geschichte ausgehen wird: <a id="aptureLink_aPPeqtfswI" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barack%20Obama">Barack Obama</a> wird der 44. Pr&#228;sident der Vereinigten Staaten, der erste Schwarze im Wei&#223;en Haus. Und es wurde auch schon viel &#252;ber die bemerkenswerte Kampagne von Barack Obama geschrieben. Und dennoch macht es Spa&#223; zu lesen, wie Obamas Kampagnenmanager <a id="aptureLink_FIQyUyHslT" href="http://de.wikipedia.org/wiki/David%20Plouffe">David Plouffe</a> die zwei Jahre bis zum Einzug ins Wei&#223;e Haus erlebt hat.</p>
<p>Beindruckend ist die Disziplin, mit der Obamas Team seine auch aus amerikanischer Sicht oft eigenwillige Kampagne gegen Kritiker verteidigt und seine Strategie &#8211; Wahlm&#228;nner statt Stimmen der &#8220;popular vote&#8221; zu gewinnen und auf die Mithilfe vieler Freiwilliger statt auf &#8220;Endorsements&#8221; einzelner prominenter Unterst&#252;tzer zu setzen &#8211; konsequent umsetzt:</p>
<blockquote><p>One of the fundamental truhths of the campaign story, one that will always stick with those of us who went through it, is that we threw long. We refused to be defined by past electoral and American history, by what we were told we couldn&#8217;t do. We tried to see things simply as they existed.</p></blockquote>
<p><iframe scrolling="no" frameBorder="0" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;ASINs=0670021334&amp;fc1=111111&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=2361A1&amp;bc1=transparent&amp;bg1=transparent&amp;f=ifr" marginheight="0" marginwidth="0" style="float:right; width:120px; margin-left:10px; height:240px; background-color:#FFFFFF; border:1px solid #000000;"></iframe>  Barack Obamas Sieg beruht auf der Mobilisierung von W&#228;hlergruppen, die sonst kaum zur Wahl gehen, vor allen Dingen junger Menschen und Schwarzer. F&#252;r die Demokraten war der Vorsprung &#252;berw&#228;ltigend: seit der Wahl von <a id="aptureLink_l8H5q3A20x" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lyndon%20B.%20Johnson">Lyndon B. Johnson</a> 1963 hatte kein demokratischer Pr&#228;sidentschaftskandidat mehr so viele Stimmen gewonnen wie Barack Obama.</p>
<p>Der Weg ins Wei&#223;e Haus f&#252;hrte durch die h&#228;rtesten Vorwahlen der j&#252;ngeren Geschichte der USA, und das spiegelt sich auch im Buch wieder: fast zwei Drittel der gesamten Geschichte befassen sich mit den Vorwahlen und dem Kampf Obamas gegen die &#8220;unvermeidliche&#8221; Kandidatin <a id="aptureLink_6dWdz89gAs" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hillary%20Clinton">Hillary Clinton</a>, die letzlich jedoch <a id="aptureLink_6Ws01E5deN" href="http://www.danielflorian.de/2008/08/17/wie-hillary-clintons-kampagne-scheiterte/">scheiterte</a>. Nach der Nominierung durch den Parteitag der Demokraten, so scheint es beim Lesen, war die Wahl Obamas nur noch ein Spaziergang gewesen.</p>
<p>Einen D&#228;mpfer bekommt der Mythos verpasst, dass Obama den Wahlkampf vor allem durch den cleveren Einsatz des Internet gewonnen habe. Zwar spielte das Netz &#8211; und vor allen Dingen die Social-Network-Seite my.BarackObama.com eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Plouffes Buch zeigt aber, dass nicht das Internet, sondern ein cleveres Datenmanagement den eigentlichen Erfolg der Kampagne ausmachte. Unerm&#252;dlich haben Barack Obamas Unterst&#252;tzer &#8220;field reports&#8221; &#252;ber die Begegnungen mit Obama-W&#228;hlern und Unentschlossenen ausgef&#252;llt und so ein genaues Bild der Stimmung im Land gezeichnet. Diese Daten &#8211; oft genauer als die Meinungsumfragen der Umfrageinstitute &#8211; waren die Grundlage des Erfolges von Barack Obama in den <a id="aptureLink_G7KVDVzEhD" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Swing%20State">&#8220;battleground states&#8221;</a>.</p>
<p>Ist &#8220;The Audacity to Win&#8221; ein &#8220;must-read&#8221; f&#252;r Kampagnenmacher, das Buch zum Sieg? Ja und nein. Viele Elemente des US-Wahlkampfes sind nur schwerlich auf die BRD zu &#252;bertragen, das eigentliche Erfolgsrezept des Wahlkampfes ist daf&#252;r um so simpler: </p>
<blockquote><p>We began with the belief that we needed a clear message as well as a single strategy. The message would encapsulate the emotion and substance we were offering voters, and the strategy would outline our theory for how we would suceed. Both of these were established at the outset and inviolable.</p></blockquote>
<p>Eine exzellente Kampagne besteht eben aus einfachen Dingen.</p>
<p>Foto: John Althouse Cohen, <a id="aptureLink_HVgSCnYC9l" href="http://www.flickr.com/photos/johncohen/3017641568/">Barack and Michelle Obama on election night</a>, Lizenz: <a id="aptureLink_kK8i4Lt9Sa" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a></p>
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		<title>Parag Khanna: Der Kampf um die Zweite Welt</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/10/26/parag-khanna-der-kampf-um-die-zweite-welt/</link>
		<comments>http://www.danielflorian.de/2008/10/26/parag-khanna-der-kampf-um-die-zweite-welt/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 12:25:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[W&#228;hrend der Einfluss der USA weltweit schwindet, orientieren sich immer mehr Staaten der Zweiten Welt an der EU und China. Parag Khanas politischer Reisef&#252;hrer durch die Zweite Welt ist ein manchmal etwas holzschnittartiger, aber dennoch aufschlussreicher Beitrag zur Diskussion &#252;ber das Gleichgewicht der M&#228;chte im 21. Jahrhundert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben die Europ&#228;er die Geopolitik – die sie selbst im 19. Jahrhundert erfolgreich betrieben hatten – weitgehend den Amerikanern &#252;berlassen, die dadurch zu einem <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3549072139?ie=UTF8&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3549072139">&#8220;Imperium wider Willen&#8221;</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3549072139" border="0" alt="" width="1" height="1" /> (Niall Ferguson) geworden sind. Der von den Vereinigten Staaten propagierte Deal – Sicherheit gegen &#246;konomische Vorteile und Demokratisierung – wird inzwischen allerdings von vielen Seiten in Frage gestellt. Es entsteht – so die zentrale These von Parag Khanna &#8211; ein <a href="http://www.amazon.de/gp/product/382700599X?ie=UTF8&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=382700599X">&#8220;Kampf um die Zweite Welt&#8221;</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=382700599X" border="0" alt="" width="1" height="1" /> zwischen den USA, der Europ&#228;ischen Union und der Volksrepublik China.</p>
<p>In Anlehnung an die Pioniere der gepolitischen Weltgeschichte hat sich <a href="http://www.paragkhanna.com/" target="blank">Parag Khanna</a>, Senior Research Fellow der <a href="http://www.newamerica.net/" target="blank">New America Foundation</a>, auf eine Reise durch die Zweite Welt gemacht und dort mit Professoren, Politikern, Taxifahrern und Studenten gesprochen. Und fast &#252;berall auf der Welt, so das besorgniserregende Ergebnis dieser Gespr&#228;che, sinkt der Einfluss der USA. Das auf Koalitionen basierende imperiale Modell der USA kann sich nicht gegen das konsensorientierte Modell der EU und das konsultative Modell der Chinesen durchsetzen.</p>
<p>Khannas Buch hat den leichten Stil eines Reisef&#252;hrers, der jedoch nicht dar&#252;ber hinwegt&#228;uschen sollte, dass Khanna durchaus ein intellektuelles Schwergewicht ist. Der &#8220;wonderwonk&#8221; (so dass Magazin <a title="Wired: Embrace the Post-American Age" href="http://www.wired.com/politics/law/magazine/16-10/sl_khanna" target="_blank"><em>Wired</em> &#252;ber Khanna</a>) wurde in Indien geboren, wuchs in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland auf und arbeitete unter anderem f&#252;r den <a title="Council on Foreign Relations" href="http://www.cfr.org/" target="_blank">Council on Foreign Relations</a>, <a title="Brookings Institution" href="http://www.brookings.edu/" target="_blank">Brookings</a> und das <a title="World Economic Forum" href="http://www.weforum.org/" target="_blank">World Economic Forum</a>. &#8220;Ich glaube, ich bin die einzige Person, die mit 30 bereits sieben Mal in Davos war&#8221;, sagt Khanna &#252;ber sich selbst und f&#252;gt selbstironisch hinzu: &#8220;Ich wei&#223; nicht, ob das etwas Gutes ist.&#8221;</p>
<p>Und so wie manche Reden auf Davos erscheinen auch manche der Antworten in Khannas Buch ein wenig zu vorschnell, einige der bereisten L&#228;nder werden nur holzschnittartig angerissen und komplexe wirtschaftliche und soziale Entwicklungen werden verknappt dargestellt. Aber zweifellos stellt Khanna die richtigen Fragen und wie manch andere Amerikaner (etwa der Zukunftsforscher <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596169704?ie=UTF8&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3596169704" target="blank">Jeremy Rifkin</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3596169704" border="0" alt="" width="1" height="1" />) zeigt auch Khanna eine gro&#223;e Sympathie f&#252;r das europ&#228;ische Modell der regionalen Integration, dass auch in anderen Weltregionen f&#252;r Stabilit&#228;t sorgen k&#246;nne. Wirtschaftliche und politische Entwicklung – das ist eine der Kernaussagen Khannas – muss regional, nicht national gedacht werden. Die Schaffung einer eigenen &#8220;peer group&#8221; f&#252;r eine Region wirke disziplinierend und motivierend, genauso wie die &#8220;unsichtbare Hand&#8221; der Kopenhagener Kriterien bereits jetzt stabilisierend auf dem Balkan wirkt.</p>
<table border="0" cellspacing="10" width="120" align="right">
<tr>
<td><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=382700599X&#038;fc1=414141&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></td>
</tr>
</table>
<p>Neben den &#8216;&#252;blichen Verd&#228;chtigen&#8217; lenkt Khanna die Aufmerksamkeit der Leser auch auf einige wichtige L&#228;nder und Regionen, die von westlichen &#8220;policy makers&#8221; bislang noch vernachl&#228;ssigt werden: der gesamte Maghreb geh&#246;rt etwa dazu, den Khanna als nat&#252;rlichen Teil der &#8220;Eurosph&#228;re&#8221; sieht, aber auch Staaten wie das &#8220;gr&#252;ne&#8221; Brasilien oder Argentinien, das sich derzeit auf dem Abstieg in die Dritte Welt befinde. Auch in Asien setze sich anstelle von &#8220;westlichen&#8221; Werten eine asiatische Version des &#8220;Gesellschaftsvertrages&#8221; durch, der sich durch offenen Gesellschaften, aber ein im Vergleich dazu geschlossenes politisches System auszeichne, bei dem Demokratie als Mittel zum Zweck, nicht als eigenst&#228;ndiger Wert, gesehen werde.</p>
<p>Eine geopolitische Herausforderung bleibt offensichtlich auch der Nahe und Mittlere Osten. Die L&#228;nder dieser Region sind geeint durch &#252;berwiegend antiamerikanische Regierungen, getrennt durch die Unf&#228;higkeit zu regionaler Integration nach dem Vorbild der EU (auch wenn Khanna Dubau als &#8220;kleines Br&#252;ssel&#8221; beschreibt) und unabh&#228;ngig von chinesischen Entwicklungsgeldern. Sie bilden also ein Machtvakuum in Khannas Imperientheorie. An diesem Beispiel zeigt sich, dass Khannas realpolitisches Erkl&#228;rungsmodell in manchen Regionen schlicht zu kurz greift.</p>
<p>Die Dialektik von Geopolitik und Globalisierung (und der Rolle von Imperien in beiden), die Khanna in seinem Buch diskutiert, kann er letztendlich nicht aufl&#246;sen oder erkl&#228;ren. Aber man muss Khannas Realismus nicht teilen, um sein Buch trotzdem sch&#228;tzen zu k&#246;nnen. Es hat die Diskussion &#252;ber das globale Machtgleichgewicht im 21. Jahrhundert erst er&#246;ffnet.</p>
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		<title>Lesetipp: &#8220;Weltvertr&#228;gliche Energiesicherheitspolitik&#8221;</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/09/07/lesetipp-weltvertragliche-energiesicherheitspolitik/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Sep 2008 11:12:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.danielflorian.de/2008/09/07/lesetipp-weltvertragliche-energiesicherheitspolitik/</guid>
		<description><![CDATA[Das neukonzeptionierte "Jahrbuch Internationale Politik" der DGAP bietet einen umfassenden Blick auf das Thema "Energiesicherheitspolitik", der kaum eine Frage offen l&#228;sst. Seine besondere Bedeutung erlangt das Jahrbuch jedoch durch die Verbindung wissenschaftlicher Analysen mit politischen Beurteilungen durch die entsprechenden Akteure in den Bundesministerien sowie im Bundestag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="captionright" style="width:350px"><img src='http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2008/09/080907_energiesicherheit.jpg' alt='Streitfall Energie: wie sicher ist unsere Energieversorgung?' />
<p>Streitfall Energie: wie sicher ist unsere Energieversorgung?. Foto: <a target="blank" href="http://www.flickr.com/people/lollie-pop/">Lollie-Pop</a>, Lizenz: <a target="blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Creative Commons</a>.</p>
</div>
<p>Nicht der &#8220;Platz an der Sonne&#8221;, sondern der &#8220;Platz an der Energiequelle&#8221; ist heute zu einem zentralen Leitmotiv in der Politik geworden. Energiesicherheit, also die verl&#228;ssliche Versorgung eines Landes mit Energie – sei es &#214;l, Gas, Kernkraft oder Bioenergie – ist heute eine der gro&#223;en Herausforderungen f&#252;r Regierungen auf der ganzen Welt. Die M&#246;glichkeiten zur Entwicklung einer &#8220;weltvertr&#228;glichen Energiesicherheitspolitik&#8221; ist auch das Thema des <a target="blank" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FJahrb%25C3%25BCcher-Forschungsinstituts-Deutschen-Gesellschaft-Ausw%25C3%25A4rtige%2Fdp%2F3486583425%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks%26qid%3D1220732970%26sr%3D8-1&#038;site-redirect=de&#038;tag=danielflorian-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742">&#8220;Jahrbuch Internationale Politik&#8221;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=ur2&amp;o=3" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />, das die <a target="blank" title="Profil der DGAP im Think Tank Directory Deutschland" href="http://www.thinktankdirectory.org/directory/dgap.shtml" target="_self">Deutsche Gesellschaft f&#252;r Ausw&#228;rtige Politik</a> in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem komplett &#252;berarbeiteten Konzept herausgebracht hat.</p>
<p>W&#228;hrend das Jahrbuch bislang chronologisch angelegt war und die wichtigsten internationalen Ereignisse der vergangenen Jahre (der Band erscheint zweij&#228;hrlich) dokumentierte, liegt der Neukonzeption eine g&#228;nzlich andere Idee zugrunde: Die einzelnen Beitr&#228;ge des Bandes gruppieren sich jeweils um ein zentrales Thema der internationalen Beziehungen &ndash; hier: das Thema Energiesicherheit. In &#252;ber 50 Einzelbeitr&#228;gen werden jeweils Teilaspekte des Hauptthemas beleuchtet, und zwar im Einzelnen: die wichtigsten Angebotsregionen, die gr&#246;&#223;ten Nachfrageregionen sowie die Rolle der einschl&#228;gigen transnationalen und internationalen Organisationen, Regime sowie privater Akteure.</p>
<p>Erstmals sind im vorliegenden Band auch dem Bundeskanzleramt, den wichtigsten Ministerien und den im Bundestag vertretenen Parteien Platz einger&#228;umt worden, den Themenkomplex &#8220;Energiesicherheit&#8221; aus ihrer Sicht zu behandeln. So erh&#228;lt der Leser auch einen umfangreichen Einblick auf die innenpolitische Dimenion der gegenw&#228;rtigen Energiedebatte. Ein Kapitel &#252;ber das Thema Energiesicherheit in der &#246;ffentlichen Meinung rundet diesen ersten Teil des Bandes ab.</p>
<p>Gerade das Thema Energiesicherheit zeigt auf eindrucksvolle Weise die Vorteile des neuen Konzeptes, denn mehr als andere Themen ist die Energiesicherheit durch ein hohes Ma&#223; an Interdependenz gepr&#228;gt und in der Regel nur kollektiv realisierbar. Diese Interdependenz ist nicht nur in der Gaswirtschaft zu beobachten, deren Pipelines in der Regel eine Vielzahl von Transitl&#228;ndern durchqueren, bis sie beim Konsumenten ankommen, sondern auch bei den vermeintlich autarken &#8220;&#214;l-Scheicht&#252;mern&#8221;, die zwar Roh&#246;l exportieren, daf&#252;r aber h&#228;ufig auf Importe von raffiniertem &#214;l angewiesen sind. Schlie&#223;lich wird auch der f&#252;r die Kernenergie essentielle Rohstoff Uran international gehandelt. Kaum ein anderes Politikfeld ist daher so sehr auf multilaterale Verhandlungen und internationale Regime angewiesen wie die Energiepolitik.</p>
<p>Kern des Buches sind die 21 L&#228;nderstudien, die einen umfassenden Einblick &#252;ber Energieresourcen, Energiebedarf, Energieau&#223;enpolitik und die innenpolitische Debatte &#252;ber Energiesicherheit geben. Weil alle Autoren dabei einem &#228;hnlichen Leitfaden folgen, erm&#246;glichen diese Kapitel auch eine direkte Vergleichbarkeit der einzelnen L&#228;nder untereinander.</p>
<p>Der Band zeigt dabei nicht nur deutlich, dass im globalen Rennen um Energieressourcen mit harten Bandagen gek&#228;mpft wird, sondern auch, welche Regionen durch den weltweiten Energiehunger wieder vermehrt in den Blickpunkt r&#252;cken k&#246;nnten. So wollen die USA bis 2015 etwa 25 Prozent ihres Erd&#246;ls aus dem subsaharischen Afrika importieren. Die einzelnen L&#228;nderstudien sind dabei mit umfangreichen Datenmaterial unterf&#252;ttert und enlarven dadurch manche politischen Drohungen (wie die des venezuelanischen Pr&#228;sidenten Hugo Chavéz) als pure Rhetorik. Denn obwohl Chavéz den USA immer wieder damit gedroht hatte, dem Land den &#214;lhahn abzudrehen, ist die Abh&#228;ngigkeit Venezuelas von Exporten nach USA in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, w&#228;hrend USA ihre Abh&#228;ngigkeit von Importen aus Venezuela im selben Zeitraum verringern konnten.</p>
<p>Auf Nachfrageseite ist die Situation vor allen Dingen durch eine &#8220;versch&#228;rfte Konkurrenzsituation&#8221; gekennzeichnet, wie das Jahrbuch konstatiert. Neben den westlichen Industriestaaten r&#252;ckt der Band auch die aufstrebenden Wirtschaftsm&#228;chte – China, Indien und die beiden Koreas – ins Licht der Aufmerksamkeit. Insbesondere China entwickelt sich zu einer Herausforderung f&#252;r Au&#223;enpolitiker, weil sich China einer vollst&#228;ndigen Integration in die bestehenden multilateralen Energieforen widersetzt und statt dessen eine durch eine ausgepr&#228;gte &#8220;Energiediplomatie&#8221; begleitete &#8220;neomerkantilistische Energieau&#223;enpolitik verfolgt. Ob es gelingt, China in einen multilateralen energiepolitischen Rahmen einzubinden, wie Autor Heinrich Kreft erwartet, bleibt offen.</p>
<p>Der letzte Teil des Buches behandelt die verschiedenen energiepolitischen Institutionen – angefangen bei der OPEC, &#252;ber die IEA, die WTO und nat&#252;rlich die Europ&#228;ische Union. Dieser Abschnitt bietet jedoch auch Raum f&#252;r einen Blick &#252;ber den Tellerrand und fragte etwa, welche Rolle die NATO bei der Gew&#228;hrleistung von Energiesicherheit spielen kann oder welche Auswirkungen die globale demografische Entwicklung auf die weltweite Nachfrage nach Energie haben wird.</p>
<p>Ingesamt bietet das Jahrbuch einen umfassenden Blick auf ein existentielles Thema von globaler Bedeutung, der kaum eine Frage offen l&#228;sst. In manchen Bereichen (etwa in den Russland betreffenden Kapiteln, wo es inzwischen einen Regierungswechsel gab) ist das Buch zwar nicht auf dem neuesten Stand, beweist daf&#252;r in anderen Bereichen – etwa bei der Vorhersage von Verteilungskonflikten aufgrund der Produktion von Bio-Ethanol in Brasilien – geradezu prophetische Qualit&#228;ten.</p>
<table width="120px" align="right" cellspacing="10">
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<iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3486583425&#038;fc1=666666&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe>
</td>
</tr>
</table>
<p>Seine besondere Bedeutung erlangt das Jahrbuch jedoch durch die Verbindung wissenschaftlicher Analysen mit politischen Beurteilungen durch die entsprechenden Akteure in den Bundesministerien sowie im Bundestag. Dieses neuartige Konzept bietet den Herausgebern zufolge die M&#246;glichkeit eines direkten Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik, in dem der Politik einerseits L&#246;sungsvorschl&#228;ge pr&#228;sentiert werden k&#246;nnen, w&#228;hrend auf der anderen Seite die &#8220;academic community&#8221; auf Forschungsdesiderate hingewiesen wird.</p>
<p>Diese Verkn&#252;pfung von wissenschaftlicher und politischer Debatte wird jedoch auch einen Beitrag dazu leisten, dass das &#8220;Jahrbuch Internationale Politik&#8221; einen breiten Leserkreis erreichen wird. Nicht nur f&#252;r Wissenschaftler, Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter in der Bundesverwaltung und im Bundestag ist das Jahrbuch eine wichtige Arbeitshilfe, sondern auch f&#252;r Mitarbeiter in global agierenden Unternehmen, in Beratungsgesellschaften, Agenturen und – nicht zuletzt – in den Medien. Dem neuen Jahrbuch ist deswegen eine breite Aufmerksamkeit zu w&#252;nschen.</p>
<p>Weitere Informationen sowie ein Inhaltsverzeichnis des Buches finden Sie auf der <a target="blank" href="http://www.dgap.org/publikationen/view/1dd316a62056ca2316a11ddb4c72bcfc5a0eec5eec5.html">Webseite der DGAP</a>.</p>
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		<title>Hinter der chinesischen Mauer: wer macht in China Politik?</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 20:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>

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		<description><![CDATA[Die vergangenen 30 Jahre politischer und wirtschaftlicher Reform in China sind auf die Integration Chinas in die Welt ausgerichtet wesen. In den kommenden drei&#223;ig Jahre wird China versuchen, die Welt nach seinen Ma&#223;en neu zu ordnen. Auf eindrucksvolle Art und Weise zeigt Leonard, wie die Welt aus chinesischer Perspektive aussieht und bietet einen spannenden Einblick in die Dynamik der politischen Debatte in der Volksrepublik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="captionright" style="width: 120px;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=0007230680&amp;fc1=414141&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=009193&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" align="right" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></div>
<p>In erstaunlicher Geschwindigkeit hat sich die Volksrepublik China in den letzten zehn Jahren eine einflussreiche Position in der internationalen Politik gesichert. Dennoch bleibt unser Bild von China eindimensional: eine dynamische Wirtschaft steht einem statischen politischen System gegen&#252;ber, so die g&#228;ngige Meinung &#252;ber China.</p>
<p>Dass diese Einsch&#228;tzung der Volksrepublik nicht gerecht wird, zeigt Mark Leonard, Direktor des <a href="http://www.ecfr.eu/" title="European Council on Foreign Relations" target="_blank">European Council on Foreign Relations</a> und Autor des Buches <a tarrget="blank" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FWarum-Europa-die-Zukunft-geh%25C3%25B6rt%2Fdp%2F3423245263%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks%26qid%3D1214117609%26sr%3D8-4&amp;site-redirect=de&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742">&#8220;Warum Europa die Zukunft geh&#246;rt&#8221;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=ur2&amp;o=3" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important" border="0" height="1" width="1" /> in seinem neuen Buch <a target="blank" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FWhat-Does-China-Think-Leonard%2Fdp%2F0007230680%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks-intl-de%26qid%3D1214117609%26sr%3D8-1&amp;site-redirect=de&amp;tag=danielflorian-21&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742">&#8220;What does China think&#8221;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=ur2&amp;o=3" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important" border="0" height="1" width="1" />. Leonard selbst beschreibt sich dabei als &#8220;Sinologen aus Zufall&#8221;, der &#252;berrascht wurde von der Gr&#246;&#223;e und Vielfalt der chinesischen Think-Tank-Szene. Tausende von Akademikern, die die kommunistische Partei in Fragen der Wirtschafts-, Au&#223;en- und Innenpolitik beraten – das passt nicht in das klassische Bild der &#8220;black box&#8221; Peking.</p>
<p>Und doch gibt es eine lebhafte Debatte &#252;ber politische Steuerung und auch &#252;ber Demokratisierung in China, die sich nat&#252;rlich zum Teil erheblich von den Vorstellungen des Westens unterscheidet. Andes als die L&#228;nder Osteuropas oder Lateinamerikas folgte China nicht dem westlichen Modell der politischen Demokratisierung als Vorstufe einer marktwirtschaftlichen Ordnung, sondern nahm den umgekehrten Weg – mit dem Erfolg, dass China seit 30 Jahren zweistellige Wachstumsraten vorweisen kann. Nun streiten sich aber auch in China die &#8220;Neue Rechte&#8221; und die &#8220;Neue Linke&#8221;, wie der neue Reichtum Chinas verteilt werden soll.</p>
<p>Auch politisch versucht die KP China, ihre Herrschaft durch erste Experimente mit demokratischen Prozessen zu legitimieren. Im Zentrum stehen dabei jedoch keine nationalen Wahlen in einem Mehrparteiensystem, sondern B&#252;rgermeisterwahlen auf kommunaler Ebene, mehr innerparteilichen Wettbewerb und Instrumente deliberativer Beteiligung einfacher B&#252;rger durch Planungszellen oder Meinungsumfragen. Auch Wissenschaftler spielen dabei eine wichtige Rolle (siehe <a target="blank" href="http://www.thinktankdirectory.org/blog/2007/09/09/die-intellektuellen-haben-vom-aufstieg-chinas-profitiert/" title="Think Tank Alert: ">&#8220;Die Intellektuellen haben vom Aufstieg Chinas profitiert&#8221;</a>, September 2007). Am Ende k&#246;nnte dabei eine hochtechnologisierte &#8220;deliberative Diktatur&#8221; stehen, in der es zwar keine nationalen Wahlen gibt, die Regierung aber dennoch auf die W&#252;nsche ihrer B&#252;rger reagiert, durch Gesetze gebunden und dadurch auch relativ stabil ist.</p>
<p>Au&#223;enpolitisch hat die Volksrepublik ihren revolution&#228;ren Anspruch fallen gelassen und tritt statt dessen f&#252;r einen multilateralen Politikansatz auf der Basis der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten ein. Kern dieses Ansatzes ist ein Modell der &#8220;kooperativen Sicherheitspolitik&#8221; und die Gr&#252;ndung von neuen regionalen Institutionen, die in Konkurrenz zu EU, OSZE, NATO und anderen Organisationen des &#8220;Washington Consensus&#8221; treten. In Asien, aber auch dar&#252;ber hinaus, entsteht bereits der neue &#8220;Beijing Consesus&#8221; und gewinnt immer neue Anh&#228;nger (siehe dazu auch Joshua Kurlantzicks Buch <a target="blank" href="http://www.danielflorian.de/2008/06/21/bitte-lacheln-chinas-globale-charmeoffensive/" title="Daniel Florian: Bitte l&#228;cheln: Chinas globale " target="_blank">&#8220;Charm Offensive: How China&#8217;s Soft Power Is Transforming the World&#8221;</a>).</p>
<p>Die vergangenen 30 Jahre politischer und wirtschaftlicher Reform in China, so Leonard in seinem Schlusskapitel, seien auf die Integration Chinas in die Welt ausgerichtet wesen. In den kommenden drei&#223;ig Jahre werde China versuchen, die Welt nach seinen Ma&#223;en neu zu ordnen. Auf eindrucksvolle Art und Weise zeigt Leonard, wie die Welt aus chinesischer Perspektive aussieht und bietet einen spannenden Einblick in die Dynamik der politischen Debatte in der Volksrepublik.</p>
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		<title>Bitte l&#228;cheln: Chinas globale &#8220;Charmeoffensive&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jun 2008 20:43:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Public Diplomacy]]></category>
		<category><![CDATA[soft power]]></category>

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		<description><![CDATA[In den vergangenen Jahren hat die Volksrepublik mit einer gigantischen Diplomatie-Offensive die Suche nach neuen Freunden in der internationalen Politik begonnen. Angetrieben wird das Land dabei von dem Wunsch, den Einfluss der Vereinigten Staaten in der Welt auszubalancieren. Joshua Kurlantzick beschreibt in seinem Buch die neue "Charmoffensive" aus dem "Land des L&#228;chelns".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="captionright" style="width:350px"><img src='http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2008/06/080621_charmeoffensive.jpg' alt='Charmeoffensive: China sucht sich neue Freunde in der internationalen Politik' />
<p>Charmeoffensive: China sucht sich neue Freunde in der internationalen Politik. Foto: <a target="blank" href="http://www.flickr.com/people/erussell1984/">Ned Russell</a>, Lizenz: <a target="blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">Creative Commons</a>.</p>
</div>
<p>Nur zweimal hat der chinesische Parteichef Mao Zedong in seiner fast 30-j&#228;hrigen Amtszeit das Ausland besucht, 1950 und 1957, und beide Male ging es lediglich zum &#8220;Gro&#223;en Bruder&#8221; nach Moskau. Der heutige Staatspr&#228;sident Hu Jintao dagegen hat alleine in diesem Jahr dutzende von Staaten besucht, vor allen Dingen in Afrika, Lateinamerika und S&#252;dostasien. Nach dem Tod von Deng Xiaoping hat die Volksrepublik eine beispiellose Diplomatie-Offensive gestartet und &#252;berall auf der Welt um neue Freunde geworben.</p>
<p>Der Journalist Joshua Kurlantzick wirft in seinem Buch <a target="blank" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FCharm-Offensive-Chinas-Transforming-Republic%2Fdp%2F0300136285%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks-intl-de%26qid%3D1214066229%26sr%3D8-1&#038;site-redirect=de&#038;tag=danielflorian-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742">&#8220;Charm Offensive: How China&#8217;s Soft Power Is Transforming the World&#8221;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=ur2&amp;o=3" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> einen kenntnisreichen Blick auf Chinas Soft-Power-Offensive, die von von der politischen Klasse im Westen bislang weitgehend unbemerkt geblieben ist, weil sie stets in kleinen Schritten erfolgte. Er beschreibt dabei nicht nur, welche Kan&#228;le die chinesische Regierung f&#252;r Ihre Eigenwerbung nutzt (etwa Entwicklungshilfe, Wirtschaftshilfe, Kulturdiplomatie und internationale Organisationen), sondern fragt auch, welche Ziele sie damit verfolgt.</p>
<p>Zwar spielt die Verbreitung des Kommunismus heute keine wichtige Rolle mehr, aber nach wie vor f&#252;hlt sich die chinesische Regierung durch die Pr&#228;senz der USA in Asien und ihren weltweiten Einfluss bedroht und f&#252;rchtet, die Vereinigten Staaten k&#246;nnten versuchen, den Aufstieg Chinas aufzuhalten. Aber weil China mit der Milit&#228;rmacht der Amerikaner nicht konkurrieren kann, macht sich das &#8220;Land des L&#228;chelns&#8221; die Schw&#228;che der amerikanischen Soft Power zu Eigen. Auf Konferenzen und Staatstreffen, auf Gipfeln und in internationalen Organisationen pr&#228;sentiert sich die Volksrepublik als der &#8216;Anwalt der Armen&#8217; und Gegengewicht zu den Vereinigten Staaten, deren Doppelmoral und Einmischungspolitik sie kontinuierlich kritisiert. Auf der anderen Seite gibt sich China als verl&#228;sslicher und verantwortungsbewusster Partner und hat sich unter anderem erfolgreich f&#252;r die Durchf&#252;hrung der Sechs-Parteien-Gespr&#228;che &#252;ber das nordkoreanische Atomprogramm eingesetzt.</p>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=0300136285&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Kurlantzick spart aber auch nicht an Kritik an China. Denn trotz seiner Nichteinmischungsrhetorik nimmt China massiv auf die inneren Angelegenheiten einiger Staaten ein und unterst&#252;tzt diktatorische Regime in Afrika und Asien aktiv. Dies k&#246;nne, so Kurlantzick, in Zukunft auf die Volksrepublik zur&#252;ckfallen und seine Reputation in der Dritten Welt massiv beeintr&#228;chtigen. Auch die Tendenz der Chinesen, Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt zu f&#246;rdern, dabei zugleich aber die schlechten Arbeits- und Sicherheitsstandards ihres Landes zu exportieren und dort chinesische anstelle der einheimischen Arbeiter zu besch&#228;ftigen, sorgt f&#252;r Konfliktpotential mit Chinas neuen Freunden.</p>
<p>Bislang aber steigt der Einfluss Chinas st&#228;ndig an, h&#228;ufig zu Lasten des Westens und insbesondere der USA. Nur wenn wir ebenfalls mehr Ressourcen in Soft Power und in Public Diplomacy investieren, k&#246;nnen wir mit Chinas Beliebtheit in der Dritten Welt mithalten. Daf&#252;r, schlie&#223;t Kurlantzick, m&#252;ssen wir die chinesische Soft Power jedoch erst einmal verstehen. Sein Buch ist der beste Ausgangspunkt daf&#252;r. </p>
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		<title>It&#8217;s the spin, stupid!</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/02/24/its-the-spin-stupid/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Feb 2008 14:14:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Tony Blair]]></category>

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		<description><![CDATA[Alastair Campbell, der Spin-Doktor Tony Blairs, schreibt in seinem Tagebuch &#252;ber Lady Di, Bill Clinton, und Tony Blair in Boxer-Shorts. Vor allen Dingen geht es allerdings um das Zusammenspiel von Politik und Medien im 21. Jahrhundert. Ein wichtiges Buch f&#252;r alle Politik- und Medienjunkies.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>F&#252;r viele ist Alastair Campbell das Sinnbild des sinistren, die Medien manipulierenden Spin-Doktors. Von 1994 bis 2003 war Campbell einer der engsten Mitarbeiter von Tony Blair, seit 1997 auch Regierungssprecher. In dieser Funktion war er wesentlich f&#252;r den Erfolg von Blairs &#8220;New-Labour-Projekt&#8221; verantwortlich, allerdings zog er auch viel Kritik auf sich. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Irak-Dossier der britischen Regierung, das er im Februar 2003 vorstellte, wurde ihm vorgeworfen, die Fakten aufgebauscht (&#8220;sexed up&#8221;) zu haben. Die Kontroverse um das Irak-Dossier f&#252;hrte zu einem tiefen Streit zwischen der BBC und der britischen Regierung und letztlich auch zum Tod eines Angestellten des britischen Verteidigungsministeriums, der von der BBC als Quelle genannt wurde.</p>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=0091796296&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>In Campbells Tagebuch &#8220;The Blair Years&#8221; geht es allerdings (und zum Gl&#252;ck) nicht nur um den Irak, sondern auch um andere Themen. Der Nordirland-Konflikt (der in Deutschland kaum wahrgenommen wurde) spielt ebenfalls eine gro&#223;e Rolle, wie auch der Tod von Prinzessin Diana, die Beziehungen zu den USA &ndash; und die Frage, wie Tony Blair in Shorts aussieht. Vor allen Dingen Bill Clinton spielt eine wichtige Rolle. Interessant ist aber auch, welche Themen nicht so prominent behandelt werden: Die EU-Gipfel erinnern in der Beschreibung Campbells h&#228;ufig eher an das Hauen und Stechen w&#228;hrend eines Weihnachtsbesuchs der Familie, und der Wahlsieg Gerhard Schr&#246;ders wie auch sein &#8220;Dritter Weg&#8221; werden jenseits des Kanals ebenfalls nur am Rande wahrgenommen.</p>
<p>Vor allen Dingen geht es aber darum, wie Politik und Medien im 21. Jahrhundert funktionieren. Die &#220;berallverf&#252;gbarkeit der Medien setzt Politik und Medien gleicherma&#223;en unter Druck. Politiker werden hoch- oder runtergeschrieben und die Medien unterliegen einem st&#228;ndigen Ver&#246;ffentlichungsdruck auf Kosten der Qualit&#228;t: &#8220;we have more media coverage than ever, but less understanding of real debate&#8221;, schreibt Campbell in seiner Einleitung.</p>
<p>Nat&#252;rlich: ein Spin-Doktor muss so etwas sagen, aber andererseits finde ich es bezeichnend, dass gerade ehemalige Journalisten, die auf die Sprecher-Seite wechseln (Campbell arbeitete zuvor beim <i>Daily Mirror</i> und bei der Boulevardzeitung <i>Today</i>), extrem kritisch gegen&#252;ber ihren fr&#252;heren Kollegen sind und mit wieviel Zynismus sie das Mediengesch&#228;ft beschreiben.</p>
<p>Campbell selber kritisiert vor allen Dingen die Tendenz der britischen Medien, selbst Erfolge zu kritisieren. Auch in Deutschland und Kontinentaleuropa werde diese Art der Berichterstattung zunehmen, prophezeite er 2006 auf dem &#8220;Politikkongress&#8221; in Berlin. Und auch ich habe 2005 kritisiert, <a href="http://www.danielflorian.de/2006/09/28/kanzler-oder-kanzlerin/">wie Redakteure mit suggestivem Journalismus versuchen, Wahlk&#228;mpfe zu beeinflussen</a>.</p>
<p>Ein weiterer roter Faden, der sich durch das ganze Buch zieht, ist die st&#228;ndige Versuchung, den Job an den Nagel zu h&#228;ngen. Zwischen Presse, Parteifreunden und Opposition bleibt keine Zeit mehr f&#252;r Privatleben. Campbell &ndash; der eigentlich nicht als &#8220;Blairite&#8221;, sondern als eher traditioneller Labour-Anh&#228;nger gilt &ndash; sieht sich dar&#252;ber hinaus auch in einem pers&#246;nlichen Konflikt. Aufgrund seines Jobs &#252;bernimmt er Blairs Positionen zu 100 Prozent, was ihm Streit mit seinen engsten Freunden und seiner Frau Fiona Millar (einer Beraterin von Cherie Blair) einbringt.</p>
<p>F&#252;r Polit- und Medien-Junkies ist &#8220;The Blair Years&#8221; eine interessante und lehrreiche &ndash; wenn auch ein wenig zu lang geratene &ndash; Lekt&#252;re. Und Gratis-Tipps von Bill Clinton gibt es auch: &#8220;There is no point in saying what you have done, keep saying what you are going to do&#8221;. Das sollte er lieber auch seiner Frau erz&#228;hlen &ndash; im US-Vorwahlkampf kann sie diesen Tipp gut gebrauchen. Erfahrung ist eben nicht alles.</p>
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		<title>Die unbekannte Geschichte des Chairman Mao</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2008/02/03/die-unbekannte-geschichte-des-chairman-mao/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 16:17:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Public Diplomacy]]></category>

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		<description><![CDATA[Die roten Mao-Bibeln haben den F&#252;hrer der Kommunistischen Partei in China weltweit ber&#252;hmt gemacht. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Mao f&#252;r den Tod von 70 Millionen Menschen in Friedenszeiten verantwortlich ist &#8211; mehr Tote als bei jedem anderen Staatschef des 20. Jahrhunderts. Jung Chang und Jon Halliday haben eine Biographie und Anklageschrift geschrieben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div style="width:300px" class="captionright"><img width="300" src="http://www.danielflorian.de/wp-content/uploads/2008/02/m_080203.png" alt="Gute PR: US-Pr&#228;sident Nixon besucht Mao in China (1972). Foto: wikipedia.de" />
<p>Gute PR: US-Pr&#228;sident Nixon besucht Mao in China (1972). Foto: <a target="blank" href="http://de.wikipedia.org">wikipedia.de</a></p>
</div>
<p>Die roten Mao-Bibeln haben den F&#252;hrer der Kommunistischen Partei in China weltweit ber&#252;hmt gemacht. Weniger bekannt, so die beiden Autoren Jung Chang und Jon Halliday, ist die Tatsache, dass Mao f&#252;r den Tod von 70 Millionen Menschen in Friedenszeiten verantwortlich ist &ndash; mehr Tote als bei jedem anderen Staatschef des 20. Jahrhunderts.</p>
<p>Ich habe Jung Chang 2005 bei einem Vortrag an der University of York gesehen, wo sie 1982 als erster Chinese aus der Volksrepublik ein britisches Stipendium bekam. In dem Vortrag beklagte Chang die fehlende geistige Offenheit in totalit&#228;ren Systemen wie Maos China. Nach dem ersten Treffen mit ihrem Gutachter, so erz&#228;hlte sie, forderte dieser sie auf, ihm ihre Doktorarbeit zu zeigen. &#8220;Aber die habe ich doch noch gar nicht geschrieben&#8221;, entgegnete Chang verwundert und ihr Gutachter erwiderte: &#8220;Aber die Ergebnisse hast Du schon im Kopf!&#8221;</p>
<p>Und so ist es auch mit der Mao-Biographie, die vielmehr eine Anklageschrift gegen einen der gr&#246;&#223;ten Dikatoren des letzten Jahrhunderts ist. Aber auch wenn Chang und der Historiker Chang keinen Zweifel an ihrer Einstellung zu Mao lassen, ist das Buch dennoch lesenswert.</p>
<p>&#220;ber einhundert Interviews haben die Autoren f&#252;r das Buch durchgef&#252;hrt und dutzende Archive auf der ganzen Welt durchforstet, im Westen, aber auch in ehemaligen Ostblockstaaten. Eindrucksvoll schildern Chang und Halliday, wie Mao bewusst den massenhaften Tod seiner Landsleute in Kauf nahm, um die nukleare Aufr&#252;stung Chinas und die Vorherrschaft seines Landes zuerst in der kommunistischen Welt, ultimativ aber auch auf der ganzen Welt zu erreichen. &#8220;Wir m&#252;ssen die Welt kontrollieren&#8221;, sagte er seinen zu Getreuen. &#8220;Wie m&#252;ssen sie uniform machen.&#8221;</p>
<div class="captionright"><iframe target="blank" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3570550338&#038;fc1=224970&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Im Inland setzte Mao dabei die Bev&#246;lkerung massiv unter Druck, nach Au&#223;en hin pr&#228;sentierte er China mit Hilfe westlicher Journalisten als friedliches und aufstrebendes Land. Durch &#246;ffentliche Exekutionen und soziale Kontrolle brutalisierte er die eigene Bev&#246;lkerung &ndash; ganz im Gegenteil zu Hitler oder Stalin, die stets versuchten, ihre Verbrechen zu vertuschen.</p>
<p>Der wirtschaftliche Fortschritt Chinas war nur auf Kosten der Bev&#246;lkerung zu erreichen. W&#228;hrend des &#8220;Gro&#223;en Sprungs nach Vorn&#8221; starben bis zu 38 Millionen Menschen. Gegen&#252;ber ausl&#228;ndischen G&#228;sten konnte er das Leiden seines Volkes erfolgreich verbergen.  Ausl&#228;ndische Journalisten wie Edgar Snow, aber auch Politiker wie Francois Mitterand, der China 1961 als Vorsitzender der franz&#246;sischen Journalisten besuchte, lie&#223;en sich von Mao einnehmen. &#8220;Ich wiederhole mich, damit es geh&#246;rt wird: es gibt keine Hungersnot in China&#8221;, beteuerte Mitterand.</p>
<p>Und gerade weil der Westen China teilweise regelrecht hofierte und hoffte, Mao gegen die Sowjetunion zu instrumentalisieren, ist das Buch eine wichtige Lekt&#252;re. &#8220;An atom bomb of a book&#8221;, wie auch das <em>Time-</em>Magazine schreibt.  </p>
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		<title>Die besten B&#252;cher 2007</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jan 2008 17:23:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>

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		<description><![CDATA[2007 war das Jahr der deutschen Autoren, zumindest f&#252;r Katharina Thiel, die zum zweiten Mal ihre Lieblingsb&#252;cher des Jahres vorstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>2007 war das Jahr der deutschen Autoren, zumindest f&#252;r Katharina Thiel, die zum zweiten Mal ihre Lieblingsb&#252;cher des Jahres vorstellt.</p>
<h2>&#8220;Teil der L&#246;sung&#8221; von Ulrich Peltzer</h2>
<p class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3250601136&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224977&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Ist das nun eher ein politischer Roman oder doch eine Liebesgeschichte? Es ist beides. Das politische Interesse ist Wegbereiter f&#252;r die Liebe und die wiederum Mutmacher f&#252;r Engagement. Schauplatz ist Berlin, eine &#252;berwachte Stadt. W&#228;hrend Christian als freier Journalist Geld f&#252;r eine Recherche mit Ehemaligen der Roten Brigaden aufzutreiben versucht, schreibt Nele ihre Abschlussarbeit f&#252;r die Uni und &#252;bt sich des Nachts bei kleinen Attacken als &#8220;Systemgegnerin&#8221;. In unterschiedlichen Lebenssituationen stellen beide sich dieselbe Frage: Bist Du Teil des Problems oder Teil der L&#246;sung? Ulrich Peltzer begeistert mit einer unglaublich schnellen, filmartig geschnittenen Geschichte. Bitte lesen und erleben! Das ist mein Buch des Jahres 2007.</p>
<h2>&#8220;Don Juan de la Mancha&#8221; von Robert Menasse</h2>
<p class="captionleft" align="left"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3518419102&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224970&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>&#8220;Die Sch&#246;nheit und Weisheit des Z&#246;libats verstand ich zum ersten Mal, als Christa Chili-Schoten zwischen den H&#228;nden zerrieb, mich danach masturbierte und schlie&#223;lich w&#252;nschte, dass ich sie – um es mit ihren Worten zu sagen – in den Arsch ficke.&#8221; Da fragt man sich doch, was ein Autor mit so einem Romananfang anstellen will? Auf 273 Seiten gibt Robert Menasse die denkbar beste Antwort und erz&#228;hlt von dem Verf&#252;hrer Nathan, der trotz unz&#228;hliger Wechsel des weiblichen Pendants einzig auf der Suche nach Liebe ist. Nathan ist ein Protagonist zum Liebhaben, man kann mit ihm und auch mal &#252;ber ihn lachen, seine Gedanken und Gel&#252;ste teilen und sich von seinem tragikomischen Lebensweg mitrei&#223;en lassen. Ein lohnenswertes Abenteuer.</p>
<h2>&#8220;Der Augenblick der Liebe&#8221; von Martin Walser</h2>
<p class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3499240203&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224077&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Es ist immer wieder ein Wunder, der Augenblick der Liebe, des Sichverliebens, auch f&#252;r Gottlieb und Beate. Er (alternder Privatgelehrter) und sie (junge Doktorandin), verbunden in ihrer Leidenschaft f&#252;r den franz&#246;sischen Philosophen La Mettrie, ergeben sich diesem Augenblick wie der Zwangsl&#228;ufigkeit eines Naturgesetzes. Aber da ist auch Anna, Gottliebs Frau, die er nach langen Jahren der Ehe durch Beate und aus der Ferne heraus neu entdecken kann. Die Spielregeln des Alltags werden von eine Augenblick der Liebe au&#223;er Kraft gesetzt. Doch wo die Liebe zun&#228;chst zerst&#246;rerisch wirkt, dominiert am Ende ihr Wille zur Sch&#246;pfung. Martin Walser beschreibt das unbeschreiblich Sch&#246;ne, die &#252;berm&#228;chtige Wirkung des wunderbarsten aller Gef&#252;hle mit einer Sprachkunst, die ihresgleichen nicht kennt.</p>
<h2>&#8220;Sch&#246;ne Verh&#228;ltnisse&#8221; von Edward St. Aubyn</h2>
<p class="captionleft"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3832180125&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224977&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Sommer in einer Villa in S&#252;dfrankreich: die Familie Melrose hat willkommene Freunde zu Gast, man unterh&#228;lt sich geistreich, gebildet und eloquent und ist doch Figur in einer b&#246;sen Farce. Der Hausherr David, unvergleichlich an Dominanz und Boshaftigkeit, tyrannisiert mal direkt, mal zutiefst subtil sein Umfeld. Seine Frau greift zum Alkohol, w&#228;hrend sein f&#252;nfj&#228;hriger Sohn bereits Todessehns&#252;chte pflegt. Auch der Rest der feinen Gesellschaft sieht besser aus als er ist. Mit einer herzlosen Leichtigkeit flanieren die Damen und Herren durch ihre exklusiv eingerichtete H&#246;lle. Hauptsache, man sieht gut aus. St. Aubyn erz&#228;hlt mit zynischer Leichtigkeit und einer Sprache, die seine Herkunft aus dem englischen Hochadel dokumentiert, wie man gediegen zugrunde geht. Selten bereitet B&#246;ses so viel Lesevergn&#252;gen.</p>
<h2>&#8220;Raumforderung&#8221; von Thomas Melle</h2>
<p class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3518418793&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;lc1=224977&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr&amp;nou=1" style="width: 120px; height: 240px" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>&#8220;Raumforderung&#8221; ist das erste Buch des jungen Autors Thomas Melle und beinhaltet zw&#246;lf an Inhalt und Form sehr unterschiedliche Erz&#228;hlungen. Da ist die Geschichte von Marco, der die DVD mit Aufnahmen seiner Tante und seines Onkels beim Sex anschaut. Oder die Geschichte &#8220;Nachtschwimmer&#8221;, in der die winzige Grenze zwischen Leben und Tod, Spiel und Ernst nahezu unsichtbar wird. Bei aller Verschiedenheit haben die Geschichten jedoch eines gemeinsam: st&#228;ndig geht es um Kontrollverlust, der einfach passiert, ohne dass er bedacht oder herausgefordert worden ist. Und gemeinsam haben sie den sezierenden Blick des Autors, der eine fast organische Sprache entfaltet und Wohnungen als &#8220;krebskrank&#8221; beschreiben kann, ohne dabei in die L&#228;cherlichkeit abzurutschen. Thomas Melle ist eine wahre Neuentdeckung. Mehr davon!</p>
<p>Katharina Thiel studiert Germanistik und Geschichte in Berlin. Im M&#228;rz 2007 erschien der von ihr mit herausgegebene Band &#8220;Gl&#252;ck&#8221; im Parodos Verlag. Sie ist au&#223;erdem Organisatorin der Lesereihe <a target="blank" href="http://www.kreuzbergliest.de/">&#8220;Kreuzberg liest&#8221;</a>.</p>
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		<title>Die besten B&#252;cher 2006</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jan 2007 19:37:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>

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		<description><![CDATA[2006 war nicht nur das Jahr von Dan Brown, G&#252;nter Grass und Gerhard Schr&#246;der. Katharina Thiel stellt ihre Lieblingsb&#252;cher des vergangenen Jahres vor, die auch 2007 noch spannend sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>2006 war nicht nur das Jahr von Dan Brown, G&#252;nter Grass und Gerhard Schr&#246;der. Katharina Thiel stellt ihre Lieblingsb&#252;cher des vergangenen Jahres vor, die auch 2007 noch spannend sind.</p>
<h2>&#8220;Die Habenichtse&#8221; von Katharina Hacker</h2>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3518459104&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Isabelle und Jakob haben alles erreicht, was sie sich vorgenommen haben: Ihr Weg f&#252;hrt sie von Berlin in ihr schickes Londoner H&#228;uschen, sie besuchen Kunstausstellungen, Theater und feine Restaurants. Doch auf dem H&#246;hepunkt ihrer Karriere angekommen, stehen die beiden vor dem Nichts. Zwischen Anwaltskanzlei und Grafikagentur haben Isabelle und Jakob das Menschsein vergessen. Absolute Freiheit bedeutet nichts und das junge Paar ist unf&#228;hig, das eigene Leben sinnvoll zu begrenzen. Auch einander verlieren sie, die Habenichtse. Schleichend halten Gewalt und Verachtung Einzug in ihr Leben &#8230; F&#252;r diesen au&#223;ergew&#246;hnlich eindringlichen Roman erhielt die Autorin Katharina Hacker den Deutschen Buchpreis 2006.</p>
<h2>&#8220;Von der Sch&#246;nheit&#8221; von Zadie Smith</h2>
<div class="captionleft"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3442463874&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Auf den ersten Blick handelt dieser Roman von zwei konkurrierenden Universit&#228;tsprofessoren und Familienoberh&#228;uptern. Auf den zweiten Blick jedoch entpuppt er sich als die Geschichte eines Ehebruchs und einer Frau, die zutiefst verletzt und ersch&#252;ttert im Glauben an ihre Werte und Ideale nicht einbricht, sondern sich voller Stolz und Selbstachtung mit ihrem Leben konfrontiert: &#8220;Das muss schrecklich f&#252;r dich sein. (&#8230;) Da ist (&#8230;) dein sensibler, subtiler, ach, so wunderbarer Verstand, und dann stellt sich heraus, dein Schwanz ist ein absolut vulg&#228;res, bl&#246;des, kleines Arschloch.&#8221; Zadie Smith positioniert ihre Helden zwischen den Polen England und Amerika, Liberalismus und Konservativismus, H&#228;sslichkeit und Sch&#246;nheit. In diesen Spannungsfeldern entsteht eine fesselnde und mit feinem Humor gew&#252;rzte Geschichte, die absolut lesenswert ist.</p>
<h2>&#8220;Die Vermessung der Welt&#8221; von Daniel Kehlmann</h2>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3499241005&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Ich muss zugeben, dass ich mich nur schwerlich f&#252;r Naturwissenschaften begeistern kann. Dementsprechend skeptisch stand ich einem Roman &#252;ber Carl Friedrich Gau&#223; und Alexander von Humboldt gegen&#252;ber, beide ausgewiesene Naturwissenschaftler. Doch bereits auf der ersten Seite wich meine Skepsis der Begeisterung f&#252;r dieses Buch. W&#228;hrend sich Humboldt durch die B&#252;sche schl&#228;gt und Menschenfressern begegnet, w&#252;rde Gau&#223; am liebsten nicht mal das Bett verlassen. Jeder erreicht jedoch auf seine Weise sein Ziel: die Vermessung der Welt. Und am&#252;santer h&#228;tte die Schilderung dieses Prozederes kaum ausfallen k&#246;nnen. Daniel Kehlmann ist vielleicht der begabteste Autor seiner Generation, zumindest beherrscht er den Konjunktiv derart perfekt, dass man diesen Text zur Pflichtlekt&#252;re im Deutschunterricht machen m&#246;chte.</p>
<h2>&#8220;Sturmflut&#8221; von Margriet de Moor</h2>
<div class="captionleft"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3423136359&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=101052&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Dieser Roman ist wohl das Sch&#246;nste, was ich in diesem Jahr und dar&#252;ber hinaus gelesen habe. Margriet de Moor erz&#228;hlt die Geschichte zweier Menschen entlang der ungeheuren Naturkatastrophe, die sich im Februar 1953 in den Niederlanden ereignete. Lidy vertritt ihre Schwester Armanda bei einem Besuch des Patenkindes, Armanda geht derweil mit Lidys Mann auf eine Party und h&#252;tet Lidys Tochter. Von dieser Situation ausgehend taucht der Leser in zwei Zeitstr&#228;nge ein: der erste erz&#228;hlt von den be&#228;ngstigenden und tragischen Stunden Lidys w&#228;hrend der Sturmflut, der zweite beschreibt das Eintauchen Armandas in Lidys Leben und dessen &#220;bernahme. Selten k&#246;nnen Extremsituation so poetisch sein.</p>
<h2>&#8220;Der Freund und der Fremde&#8221; von Uwe Timm</h2>
<div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3423135573&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>In diesem autobiographischen Buch schreibt Uwe Timm von seiner Freundschaft zu Benno Ohnesorg, der am 2. Juni 1967 auf der Anti-Schah-Demonstration in Berlin erschossen wurde. Die Poesie dieses Textes und das Gef&#252;hl f&#252;r eine Generation auf dem Weg in die politische Rebellion kann nur aus der Feder eines Uwe Timm flie&#223;en: &#8220;So nahe, nebeneinander, hautnah. Der N&#228;chste, der ganz andere, in dem man sich selbst auch erf&#228;hrt, nicht der sein wollen, der man ist, sondern der sein, der man sein k&#246;nnte, der sich in den Augen des anderen spiegelt, gr&#246;&#223;er, reicher, nicht festgelegt wie bisher, sondern auf zuk&#252;nftiges Gelingen angelegt.&#8221; Bleibt nur noch zu sagen: lesen und genie&#223;en!</p>
<p>Katharina Thiel studiert Germanistik und Geschichte in Berlin. Im M&#228;rz 2007 erschien der von ihr mit herausgegebene Band &#8220;Gl&#252;ck&#8221; im Parodos Verlag. Sie ist au&#223;erdem Organisatorin der Lesereihe <a target="blank" href="http://www.kreuzbergliest.de/">&#8220;Kreuzberg liest&#8221;</a>.</p>
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		<title>Charismatische Herrschaft im 20. Jahrhundert</title>
		<link>http://www.danielflorian.de/2004/07/20/charismatische-herrschaft-im-20-jahrhundert/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2004 11:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Drittes Reich]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Schröder]]></category>

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		<description><![CDATA[Hans-Ulrich Wehler ist nicht nur einer der prominentesten, sondern auch einer der umstrittensten Historiker Deutschlands, der mit seinen oft provokanten Thesen mehr als eine Debatte in den Feuilletons der Republik ausgel&#246;st hat. In seinem Band 5 der "Deutschen Gesellschaftsgeschichte" stellt er die Frage, ob ein "charismatischer Herrscher" auch heute noch ein totalit&#228;res Regime errichten k&#246;nnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="captionright"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=danielflorian-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3406521711&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=224970&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr&#038;nou=1" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Hans-Ulrich Wehler ist nicht nur einer der prominentesten, sondern auch einer der umstrittensten Historiker Deutschlands, der mit seinen oft provokanten Thesen mehr als eine Debatte in den Feuilletons der Republik ausgel&#246;st hat. Selbstverst&#228;ndlich also, dass ich es mir nicht entgehen lasse, ihn anl&#228;sslich einer Vortragsreihe in Bochum zu sehen.</p>
<p>Das Thema des Vortrages passt zum heutigen 60. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler, denn Bundeskanzler Gerhard Schr&#246;der sprach das grundlegende Problem in seiner heutigen Rede im Bendlerblock an: Es waren nur einzelne Deutsche, die dem Nazi-Staat Widerstand leisteten. Aber worin liegt der popul&#228;re Erfolg Adolf Hitlers?</p>
<p>Spielten gesellschaftliche Strukturen eine Rolle bei der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933? Oder war es alleine die mitrei&#223;ende Pers&#246;nlichkeit des selbsternannten F&#252;hrers, die das diktatorische Nazi-Regime erm&#246;glichte? Hans-Ulrich Wehler beantwortet diese Fragen mit seinem Konzept der &#8220;charismatischen Herrschaft&#8221;, das Wehler im aktuellen Band seiner <a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FDeutsche-Gesellschaftsgeschichte-Gesamtwerk-deutschen-Vereinigung%2Fdp%2F3406521711%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks%26qid%3D1217156735%26sr%3D8-2&#038;site-redirect=de&#038;tag=danielflorian-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742">&#8220;Deutschen Gesellschaftsgeschichte&#8221;</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=danielflorian-21&amp;l=ur2&amp;o=3" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> entwickelt.</p>
<p>Charismatische Herrschaft, so Wehler, beruht auf der Erfahrung einer existentiellen Krise, w&#228;hrend der in der Bev&#246;lkerung das Verlangen nach einer F&#252;hrerpers&#246;nlichkeit w&#228;chst, die in der Phase des Darniederliegens einen Beweis besonderer Leistungskraft erbringt.</p>
<p>Als eine Art &#8220;politisches Sondertalent&#8221; verf&#252;gt diese F&#252;hrerpers&#246;nlichkeit nicht nur &#252;ber eigenes, sondern vor allen Dingen &#252;ber askriptives, ihm zugeschriebenes, Charisma sowie eine ihm pers&#246;nlich zu Gehorsman verpflichtete Gefolgschaft. Charismatische Herrschaft kommt zudem ohne Nachfolgeregelung aus, da die Herrschaft des Charismatikers ja gerade durch den Ausnahmezustand legitimiert und nicht institutionalisiert ist.</p>
<p>&#220;ber all diese Eigenschaften verf&#252;gte auch Hitler: Seine laute Rhetorik unterschied sich von derjenigen der &#8220;typischen&#8221;, b&#252;rgerlichen Politiker der Weimarer Zeit. Die Wirtschaftskrise von 1929 und die Erinnerung an die Prosperit&#228;t des Reiches unter Bismarck f&#252;hrten zu einer weitverbreiteten F&#252;hrersehnsucht. Hitler verl&#228;sst sich nicht auf die alten Institutionen, sondern st&#252;tzt seine Macht auf seine Gefolgsleute in der SA.</p>
<p>Vor den anf&#228;nglichen milit&#228;rischen Efolge Hitlers in Polen und Frankreich (&#8220;Da haben wir vier Jahre bei Verdun in den Stellungen gelegen und Hitler schafft das in vier Wochen&#8221;) trat der innenpolitische Terror der Nazis zur&#252;ck.</p>
<p>Als Hitler die OHL &#252;bernahm, &#228;nderte er die Zugangsbedingungen zur Hitlerjugend: Tapferkeit und ideologische Ausrichtung werden zentrale Bedingungen f&#252;r die Aufnahme. Aus diesem Personalreservoir rekrutiert Hitler das Jungoffizierskorps, in dem es auch in der Endphase des Zweiten Weltkrieges kaum Meutereien gibt, so eng sind die Offiziere auf den F&#252;hrer eingeschworen.</p>
<p>Diese bedingungslose Loylit&#228;t dem F&#252;hrer gegen&#252;ber ist nur durch eine &#8220;Gesinnungsrevolution&#8221; vorstellbar, die neue Normen (etwa den Sozialdarwinismus) pr&#228;gt und in der Gesellschaft verankert. So schuf Hitler die &#8220;Leistungsvolksgemeinschaft&#8221;, die auch kleinen Leuten den Aufstieg erm&#246;glichte.</p>
<p>Hitlers Erfolg l&#228;sst sich aus dieser Kombination aus pers&#246;nlichem Charisma und individueller &#220;berzeugungskraft des F&#252;hrers sowie den strukturellen Vorraussetzungen f&#252;r eine charismatische Herrschaft erkl&#228;ren. Es sei ein Gl&#252;ck, so Wehlers Fazit, dass es in Deutschland nach 1945 keine existentielle Krise mehr gegeben habe, die die strukturellen Vorraussetzungen f&#252;r charismatische Herrschaft gegeben habe.</p>
<p>War Hitler also keine gro&#223;e Ausnahme sondern eine Katastrophe, die verhindert h&#228;tte werden k&#246;nnen? Nicht nur mit seinem Vortrag, auch mit seinem Buch l&#246;st Wehler wieder einmal eine Debatte aus.</p>
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