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Human Media

In der vergangenen Woche habe ich die Global Privacy Conference in Washington, D.C. besucht. Zwei Reden haben mich besonders berührt: ein Vortrag von Monica Lewsinsky und eine Rede von Jon Ronson, Autor des Buches "So you’ve been publicly shamed" (Affiliate-Link).

Beide sprachen über die menschliche Seite von Datenschutz. Monica Lewinsky ist vielleicht das prominenteste Beispiel für"Slut Shaming". Sie forderte mehr Mitgefühl mit Menschen, deren Privatsphäre verletzt wird. Unter einem Facebook-Post über die Rede häuften sich hingegen sofort Hass-Kommentare, die Lewinsky nicht als Opfer, sondern als kühl kalkulierende Täterin verunglimpften.

Justine SaccoJon Ronson erinnerte an die Geschichte der PR-Beraterin Justine Sacco, die vor einem Flug einen rassistischen Tweet absendete und nach einem massiven Shitstorm gekündigt wurde. Selbstverständlich war ihr Tweet falsch. Aber müssen Twitter-Zeloten Saccos Kündigung und weltweite Ächtung so lustvoll zelebieren?

Wir sollten uns die Geschichten von Monica Lewinsky und Jessica Sacco vor Augen führen bevor wir das nächste Mal lustvoll auf Retweet klicken, wenn ein Mensch am digitalen Pranger steht.

Dieser Text erschien zuerst bei "Espresso", meinem neuen Micro-Podcast. "Espresso" präsentiert einen Gedanken zu einem Thema in einer Minute. Um den kostenlosen Micro-Podcast per WhatsApp zu abonnieren, speichert die Telefonnummer +49-177-5928690 bei WhatsApp ab und sendet mir eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt "Start". Ich nehme euch dann in meinen Verteiler auf.

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Foto: Hamza Butt, Lizenz: CC BY 2.0.

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