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Appetit auf mehr: Kartoffelküche vs. Pizza Connection

Foto: cyclonebill, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Der Bundestag hat sich konstituiert, die Ausschüsse haben sich gefunden und in Berlin kehrt der politische Alltag ein. Langsam füllen sich damit auch die Restaurants in Berlin-Mitte. Vor allem die Konservativen scheinen Appetit zu haben und gründeten gleich zwei neue Gesprächsrunden.

Im Spaghetti-Western in der Torstraße treffen sich die "Pasta-Cowboys" rund um Jens Spahn (CDU) und Omid Nouripour (Grüne), die Nachfolger der legendären Bonner "Pizza Connection". Einiger der Gründer der ersten schwarz-grünen Kungelrunde (wie Kanzleramtsminister Peter Altmaier) sind inzwischen  im Zentrum der Macht angekommen - allerdings ohne ihre Partner von damals. Bekanntermaßen waren die schwarz-grünen Sondierungsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2013 recht schnell zu Ende. Es bleibt abzuwarten, ob den Pasta-Cowboys mehr gemeinsamer Erfolg vergönnt ist, denn die schwarz-grüne Annäherung wird vom anderen Flügel der Konservativen argwöhnisch beobachtet.

Hier is(s)t man lieber traditionell und steht "aufgewärmter Pizza" (so der  Parlamentarische Staatssekretär Steffen Kampeter) eher skeptisch gegenüber. Gemeinsam mit Otto Fricke (FDP) will Kampeter in der "Kartoffelküche" den Gesprächsfaden zwischen CDU und FDP nicht abreißen lassen. Schließlich sei die FDP der natürliche Verbündete der Konservativen, lautet die Begründung.

Der neue CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der Schwarz-Grün schon einmal als "Zukunftsmodell für die Union" bezeichnet hat, gibt sich gegenüber der Welt nun diplomatischer:

Mir ist wichtig, dass wir mit FDP und Grünen gleichermaßen im Gespräch sind. Mit der FDP haben wir traditionell größere Schnittmengen, aber gerade Hessen zeigt ja, dass wir auch mit den Grünen gute Lösungen finden können.

Vor allen Dingen fällt allerdings auf, dass es auf der anderen Seite des politischen Spektrums verdächtig still in Sachen Koalitionsoptionen geworden ist. Bei "Berlin Direkt" Ende letzten Jahres (Video) haben sich Gregor Gysi und Katrin Göring-Eckardt lieber miteinander gestritten als über die Politik der Großen Koalition. Und die SPD ist derzeit ausschließlich mit Regieren beschäftigt.

Die CDU befindet sich damit in der "pole position" beim Rennen um die neue Mitte. Hier zeigt sich, dass Angela Merkel mit der Berufung von Peter Tauber als neuem Generalsekretär ein gutes Händchen bewiesen hat: der internet-affine Hesse ist das "junge Gesicht" der CDU, vertritt als gläubiger Christ aber zugleich aber den wertkonservativen Flügel der Partei. Tauber kann es gelingen, die Partei für neue Koalitionen zu öffnen, ohne ihr das Label der inhaltlichen Beliebigkeit zu verpassen.

Foto: cyclonebill, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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