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SWR-Talkshow über Think Tanks in Deutschland

Vor einigen Wochen lud mich der SWR zu einer Talksendung zum Thema Think Tanks ein. "Think Tanks kommen immer mehr in Mode", so die Eingangsthese des Moderators Burkhard Müller-Ullrich. "Aber haben Politiker und Parteien überhaupt ein Erkenntnisproblem oder krankt es nicht viel öfter an der praktischen Umsetzung des Erkannten?"

Eine spannende Frage, zumal mir mit Martin Thunert und Claus Leggewie zwei erfahrene Politikwissenschaftler und Politikberater gegenüber saßen (das heißt, Thunert saß in Heidelberg und Leggewie in Essen). Beeindruckt hat mich vor allen Dingen ein Satz von Martin Thunert, der Think Tanks in zwei Klassen unterschied: diejenigen Institute, die einen "politischen Klimawandel" wollen (im Think Tank Directory sind das die advokatischen Denkfabriken) und diejenigen Think Tanks, die eher "politische Ingenieursarbeit" leisten ("akademische Denkfabriken"). Offen bleibt meiner Ansicht nach, ob die tatsächlich politische (im Sinne von politics, also dem Gewinnen von Mehrheiten) Arbeit bei Think Tanks oft nicht doch etwas zu kurz kommt.

Claus Leggewie, selbst erfahrener Politikberater, brachte die Idee ein, dass Think Tanks öfters in Szenarien denken, also nicht lediglich wissenschaftliche "Lösungen" für politische Fragen präsentieren sollten. Anhand der verschiedenen Szenarien könnten Politiker dann selber die unterschiedlichen Lösungsansätze miteinander vergleichen. Beratung heißt eben nicht immer nur Lösungen aufzeigen, sondern manchmal auch Wege weisen ...

Die Sendung, die am 3. August 2010 um 17.05 im SWR Forum lief, kann auf der Webseite des SWR noch gehört und heruntergeladen werden. Außerdem ist sie über iTunes kostenlos erhältlich.

Foto: Daniel Florian, all rights reserved.

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